
Der eskalierende Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran ist nicht nur ein sicherheitspolitischer Schock, sondern auch ein Härtetest für die transatlantischen Beziehungen und das völkerrechtliche Gefüge, in dem sie sich bewegen. Unter Präsident Trump wird Europa zunehmend nicht als gleichwertiger strategischer NATO-Partner, sondern als sicherheitspolitischer Trittbrettfahrer wahrgenommen, was Grönland den territorialen Expansionswünschen Washingtons aussetzt. Der Iran-Krieg verdeutlicht Europas politische Marginalisierung: Die militärische Eskalation erfolgte ohne europäische Mitsprache, ihre wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen treffen Europa jedoch unmittelbar.
Für Österreich verschärft sich damit ein strukturelles und verfassungsrechtliches Dilemma: Seine Neutralität kollidiert nicht nur mit militärischen Erwartungshaltungen in Europa, sondern zunehmend auch mit einem transatlantischen Klima, in dem militärische Zurückhaltung rasch als illoyal gilt. Neutral zu bleiben heißt, sich unter diesen Bedingungen aktiv zu erklären - gegenüber Partnern, Verbündeten und der eigenen Öffentlichkeit.
Der 3. Salzburger Zirkel der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg widmet sich diesem aktuellen weltpolitischen Thema. Diesmal werden Reinhard Heinisch (Politikwissenschaft) und Kirsten Schmalenbach (Völkerrecht) zu Gast sein. Stellen Sie Ihre Fragen – und kommen Sie ins Gespräch.
