
Das sei das besondere an der Schäferei, sagt Valeria, dass du alles selber machst. Valeria ist Wanderschäferin. Sie führt ein Leben, das sich auf jede nur erdenkliche Art krass von dem ihrer Geschwister unterscheidet: Bei jedem Wetter ist sie draußen, mit ihren Hunden, bei den Schafen. Sie bringt Lämmer zur Welt, kundschaftet mögliche Weiden aus, baut Zäune, kuschelt und spricht mit ihren Tieren – und schlachtet sie schlussendlich auch selbst.
Leonhard Pill zeigt in seinem Langfilmdebüt seine Schwester als eine Frau, deren Leben sich rund um die Uhr um ihren Beruf dreht. In konzentrierten, ruhigen Bildern spiegelt er ihre lakonische, fokussierte Lebenshaltung. Es ist keine Suche nach Schönheit oder Idylle, aber auch nicht die Zerstörung derselben. Wenn überhaupt, ist es eine Suche der Geschwister nach Verständnis füreinander. Vor dem Hintergrund des Blökens der Schafe nähern sich so unterschiedliche Lebensrealitäten Schritt für Schritt an.
