
Volker Schlöndorff erzählt in seinem preisgekrönten Film die Geschichte des eleganten, intellektuellen Großbürgers Charles Swann, der sich in eine verhängnisvolle Beziehung mit der „Halbweltdame“ Odette de Crécy stürzt. Er entdeckt ihre Ähnlichkeit mit Botticellis „Sephora“ und seine Gefühle verwandeln sich in aufrichtige Liebe, die jedoch mit stärker werdenden Besitzansprüchen einhergeht.
Jeremy Irons und Ornella Muti brillieren in der Verfilmung des gleichnamigen Mittelteils von Marcel Prousts „Auf dem Weg zu Swann“, dem ersten Band seines großen Romans „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Der Film setzt Prousts feinsinnige Analyse von Besitzanspruch, gesellschaftlicher Dekadenz und seelischer Zerstörung in opulente, atmosphärische Bilder um. Schlöndorff, der mehrfach große Werke der Literatur verfilmt hat, interessierte an der Auseinandersetzung mit Marcel Proust, wie der Autor die französische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts mit der Präzision eines Soziologen beschrieb und zugleich dieser Außenwelt eine Innenwelt der Figuren gegenüberstellte.
