
In ihrem 1662 erschienenen Roman erzählt die französische Autorin Madame de Lafayette die Geschichte der Adeligen Marie de Mézières: Im Frankreich des 16. Jahrhunderts kann die Protagonistin nicht den Mann ehelichen, den sie liebt, sondern wird aus dynastischen Gründen mit einem anderen Fürsten verheiratet. Jahre später treffen Marie de Mézières und ihr früherer Geliebter Henri de Guise, aber auch andere Männer, die sie begehren, am Pariser Hof zusammen, während die fatalen Zeitumstände der Glaubenskriege in das Massaker der Bartholomäus-Nacht münden.
In ihrem Erstlingswerk, dem 1678 der berühmte (und ebenfalls verfilmte) Roman „Die Prinzessin von Cleve“ folgen wird, behandelt Madame de Lafayette bereits das zentrale Thema des Konflikts zwischen Gefühl und gesellschaftlicher Pflicht und zeigt, wie das Begehren der Frau instrumentalisiert wird. Die Adaption unter der Regie von Bertrand Tavernier mit hervorragenden Darsteller:innen und glänzender Ausstattung entwirft als Historienfilm ein überzeugendes Frauenporträt zu einer Zeit, als Frauen kaum Handlungsspielräume zugestanden wurden.
