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Personale

26. November, 3. Dezember & 10. Dezember 19:30 Uhr
pezoldo zu Gast

Sie ist Kino-Minimalistin, Video-Guerillera, Körperkünstlerin und Klimaaktivistin: Das eigensinnige Schaffen der Friederike Pezold, die sich inzwischen pezoldo nennt, entsteht aus dem Geist der Revolte, aus der Radikalität des Denkens und Sehens. Erst drei Produktionen umfasst pezoldos offizielle Filmografie: Auf das Debüt Toilette (1979), einen „ersten totalen Körpersprachevideospielfilm“, und ihre extra dry servierte Alternativ-TV-Comedy Canale Grande (1983) folgte 2022 ihre Revolution der Augen, eine tonlose, dabei sehr beredte Arbeit gegen die laufende Wahrnehmungsverkümmerung.  

Als bildende Künstlerin ist pezoldo, in Wien geboren, in München aufgewachsen, seit den frühen 1970er-Jahren aktiv; nach Zwischenstationen in New York und Paris residiert sie seit 2013 in Salzburg. Als Pionierin der feministischen Videokunst und der Body-Art machte sie jäh Karriere: 1976 wurden ihre Werke im New Yorker Museum of Modern Art präsentiert, 1977 nahm sie an der Documenta teil, 1980 und 1984 an der Biennale in Venedig. Sie stellte in der Londoner Tate Gallery und im Pariser Centre Pompidou aus. In den 1990ern betrieb sie in Wien ihr eigenes Videokunst- und Body-Art-Museum, um die Jahrtausendwende hatte sie vom Kunstmarkt genug, tauchte in den Underground ab.  

Pezoldo ist ein Solitär, eine öffentlichkeitsscheue Einzelkämpferin für Entlärmung und Sinnesschärfung. „Mein ganzes Leben“, schreibt sie am Ende ihrer noch unpublizierten Memoiren, „war Manifest und Widerstandsbewegung“. Ihre unbekannten filmischen Objekte, die Stille, Farb- und Bewegungsreduktion feiern, sind in diesem Sinne Polemiken gegen die langfristigen Empfindungsschäden durch die Unterhaltungstechnologie. (Stefan Grissemann) 


In Kooperation mit der Interuniversitären Einrichtung Wissenschaft & Kunst der Universität Mozarteum, Universität Salzburg und sixpackfilm  

Für DAS KINO-Mitglieder Eintritt frei!

Programm

Do, 26. November 2026
19:30

Einführung: Sebastian Höglinger (Kurator/Dramaturg)

Do, 3. Dezember 2026
19:30

Einführung: Stefan Grissemann - Filmjournalist (profil)

Do, 10. Dezember 2026
19:30

Einführung: Thomas Ballhausen - Leiter Wissenschaft & Kunst, Mozarteum & Uni Salzburg