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Regie
  • Stéphane Brizé
Drehbuch
  • Stéphane Brizé
  • Florence Vignon
Kamera
  • Antoine Héberlé
Musik
  • Olivier Baumont
Cast
  • Judith Chemla
  • Jean-Pierre Darroussin
  • Yolanda Moreau

Im Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts kehrt die 17-jährige Landadelige Jeanne aus der Klosterschule ins elterliche Schloss in der Normandie zurück. Dort führt sie zunächst ein glückliches Leben. Mit ihrem Vater pflanzt sie Blumen und Gemüse im Schlossgarten an. Für die hoffnungsvolle Frau ist es eine fast schon paradiesische Zeit, die niemals enden müsste. Doch der Baron und seine Frau beschließen, dass es an der Zeit sei, ihre Tochter zu verheiraten. Der junge und attraktive Vicomte Julien de Lamare scheint ihnen - wiewohl er verarmt ist - ein perfekter Kandidat zu sein. Nach kurzem Zögern willigt Jeanne in die Ehe ein und besiegelt damit ihr Schicksal. Ihr vermeintlich charmanter Mann entpuppt sich als geiziger Tyrann und notorischer Betrüger.

Mit EIN LEBEN präsentiert Stéphane Brizé eine so eigenwillige wie mitreißende Adaption von Guy de Maupassants gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1883. Im Unterschied zur Vorlage, welche die Ereignisse chronologisch entfaltet, vermischen sich im Film die Zeiten und Orte zu einer modernen Stream-of-Consciousness-Erzählung, innerhalb der das Leben Jeannes in eine Abfolge von Erinnerungen und Vorausahnungen verwandelt wird. Das ungewöhnliche 4:3-Bildformat des Films gleicht bisweilen einem Fenster, das einen faszinierenden Blick in eine vergangene Zeit freigibt. EIN LEBEN verzichtet auf die klassischen Schauwerte des Kostümfilms, die dramatischsten Szenen des Buches erzählt der Film nur indirekt. Trotz dieser Kargheit und Reduktion entwickelt der Film eine überwältigende emotionale Wucht. "EIN LEBEN befreit sich vom Muff des Kostümfilms und erzählt mitreißend modern vom Scheitern von Lebensentwürfen" (SPIEGEL ONLINE).

 

Der Film lief zuletzt am: Dienstag, 30. 4. 2019
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