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LAFF '19 - Werkschau Lucrecia Martel

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Lucrecia Martel ist eine Königin. Das Reich ihrer Bilder ist so groß und so alt, dass es alle Vorstellungen sprengt. Es umfasst den lateinamerikanischen Kontinent, seine Kolonial- und Schuldgeschichte, seine Moderne und Gegenwart.“ (Die Zeit)

Die argentinische Regisseurin ist eine der bedeutendsten Filmschaffenden und eine der wichtigsten weiblichen Stimmen der Filmwelt. Sie hat als eine der ersten Frauen Filme realisiert und Auszeichnungen bekommen, weshalb sie als Pionierin des Neuen Lateinamerikanischen Kinos gilt. Aus diesem Grund widmen wir ihr in dieser Festivalausgabe, die unter dem Zeichen starker Frauen steht, eine Werkschau.

Geboren 1966 in der Provinzstadt Salta, im Nordwesten Argentiniens, ist Lucrecia Martel erst spät der Durchbruch als Regisseurin gelungen, obwohl sie bereits als 20-jährige in Buenos Aires Filmregie studierte. Nach zahlreichen Kurzfilmen und Dokumentationen fürs Fernsehen erregte sie mit ihrem Debütfilm LA CIÉNAGA 2001 über Nacht internationales Aufsehen und wurde dafür mit zahlreichen Preisen bedacht. Zu ihren weiteren Filmen gehören LA NIÑA SANTA (2004), LA MUJER SIN CABEZA (2008) und ZAMA (2017), bei denen sie das Drehbuch schrieb und Regie führte. Ihre Filme wurden auf renommierten Festivals in Cannes, Berlin, Venedig, Toronto, Sundance und Rotterdam gezeigt und ausgezeichnet.

Lucrecia Martels Filme kreisen um das Sezieren des Seelenlebens der dekadenten argentinischen Mittelschicht und um die Frage nach historischer Schuld. Als eine der ersten Regisseurinnen des lateinamerikanischen Kinos begab sie sich mit ihrer hyperrealistischen Erzählweise und einer direkten Bildsprache auf Neuland. Das Visualisieren von Schuld und Verdrängung gelingt ihr mit einer ungewöhnlichen Bildkomposition und der Handkamera.

Waren ihre ersten drei Spielfilme eine Abrechnung mit der aktuellen gesellschaftlichen Situation Argentiniens, hat sie sich nach einer zehnjährigen Pause mit ihrem jüngsten Werk ZAMA der kolonialen Vergangenheit ihres Heimat­landes zugewandt. Dort, wo der Ursprung der kollektiven Schuld zu finden ist.

Sigrid Gruber
DAS KINO Festival