Zum Hauptinhalt springen

LAFF '19 - Spielfilme

Direkt zum Programm >>>

Starke Frauen, neue Formen, faszinierende Bildsprachen

Der lateinamerikanische Film trägt in den letzten Jahren vermehrt eine weibliche Regiehandschrift und rückt damit auch weibliche Lebenswelten in Lateinamerika in den Vordergrund. Mehr als 50% der Filme des Programms stammen diesmal von Regisseurinnen, mehr als die Hälfte der Filme des Festivals nehmen sich weiblichen Themen an und haben starke Frauen als Hauptfiguren. Highlights in dieser Hinsicht sind auf internationalen Festivals prämierten Filme wie MATAR A JESÚS (Laura Mora Ortega, 2017), LOS PERROS (Marcela Said, 2017), LOS ADIOSES (Natalia Beristáin, 2017) sowie VUELVEN (Issa López, 2017).

Den Boden für diese erfreuliche und spannende Entwicklung hat nicht zuletzt eine der Pionierinnen des argentinischen Kinos und der Begründerinnen des Hyperrealismus im lateinamerikanischen Kino bereitet: Lucrecia Martel. Ihr widmet das Festival anlässlich des Filmstarts ihres neuen Films ZAMA (2017) eine Werkschau.

Auch was die Formsprachen betrifft, geht das lateinamerikanische Kino zunehmend neue Wege: Mit dem iPhone gedrehte Filme wie OSO POLAR (Marcelo Tobar, 2017) sowie eine semi-dokumentarische Annährung an die Jugendkultur wie TE PROMETO ANARQUÍA (Julio Hernández Cordón, 2015) oder TEMPORADA DE CAZA (Natalia Garagiola, 2017), Genrefilme mit fantastischen Elementen wie VUELVEN entwerfen Zukunftsvisionen und geben ein kräftiges Signal, dass der „Magische Realismus“ im Lateinamerikanischen Kino durch neue Erzählweisen und Bildsprachen abgelöst wurde.

Man darf gespannt sein, wohin die neuen (weiblichen) Wege führen!

Sigrid Gruber
DAS KINO Festival

Programm