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World of Wong Kar-Wai

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Retrospektive

Wie kaum ein anderer Regisseur der jüngeren Kinogeschichte hat der aus Hongkong stammende Wong Kar-Wai (1958 in Shanghai geboren) eine eigene, unverwechselbare Bildersprache geschaffen. Der fast tänzerisch durch die Luft wirbelnde Zigarettenrauch, die in der Nacht verschwindenden U-Bahn-Züge, sorgfältig choreografierte Blicke, die verwischten Bewegungsabläufe und die kunstvollen Zeitraffer und Zeitlupen, bei denen die Zeit rast und gleichzeitig fast stehen zu bleiben scheint, sind nur einige der immer wieder kehrenden Motive.

Einen entscheidenden Beitrag zu diesen visuellen Bilderzaubereien liefert sein kongenialer australischer Kameramann Christopher Doyle. Dessen perfekt arrangierte Stimmungsbilder verschmelzen dabei stets mit einem erlesenen Soundtrack, der wesentlich für die soghafte, rhythmische Wirkung der Filme verantwortlich ist. Die Handlung selbst ist in Wong Kar-Wai-Filmen zweitrangig. Die Helden in diesen Großstadtgeschichten sind ziellose Herumtreiber, einsame Träumer, sehnsüchtige Polizisten, Frauenhelden, Barfrauen und Profikiller. Ihre Einsamkeit verwandelt der Regisseur stets in wunderbare Elegien der Melancholie und Sehnsucht.

Während sich Hongkongs Filmindustrie 2021 verstärkt dem Zugriff von Festlandchina ausgesetzt sieht, wirken Wong Kar-Wais Filme von der neongrellen Nachtwelt Hongkongs mittlerweile wie kinematografische Erinnerungen an eine große, verblassende Kino-Ära.
Helmut Hollerweger


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