Sommerakademie

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Wie das Kino so die Stadt

Film- und Videoprogramm im Rahmen des Veranstaltungsprogramms 2014 in Kooperation mit DAS KINO Salzburg und kuratiert von Rainer Bellenbaum.

Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg

Die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, 1953 von Oskar Kokoschka gegründet, ist die älteste ihrer Art in Europa. Unter der Leitung von international renommierten KünstlerInnen lernen hier Kunststudierende, KünstlerInnen und Kunstinteressierte jeden Alters und Bildungshintergrunds gemeinsam. Die ca. 20 Kurse finden von 21. Juli bis 30. August 2014 vorwiegend auf der Festung Hohensalzburg statt.
Das Veranstaltungsprogramm, das für alle Interessierten frei zugänglich ist, beschäftigt sich in diesem Jahr unter dem Titel STÄDTE - Räume für Kunst, Politik, Leben... mit der zunehmenden Verstädterung. Nahezu das gesamte Leben auf der Erde ist in gewisser Weise auf die Versorgung immer größer werdender Städte ausgerichtet. Zugleich beobachten wir in den letzten Jahren gehäuft, dass soziale und politische Bewegungen in Städten entstehen und dort ihren Ausdruck finden. Auffallend dabei ist, dass die Grenzen zwischen Kunst, Politik und Aktivismus zunehmend verschwimmen. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms gibt es an vier Abenden ein Film- und Videoprogramm in Kooperation mit Das Kino.

Das Konzept

Das Kino teilt mit der Stadt die Eigenschaft, dass sich verschiedene Menschen in ihm auf engem Raum zusammenfinden - Menschen, die oft weder verwandt noch befreundet sind, Menschen unterschiedlicher Milieus und Muttersprachen. Es eint sie der Wunsch, die Welt der anderen aus sicherem Abstand zu erfahren. Mögen die Städter zwischen dem Tagesgeschäft draußen und der nächtlichen Erholung daheim wechseln, so zieht das Kino beide Sphären zusammen. Nicht zufällig hat es an ihrem Übergang seinen mythischen Entstehungsort gefunden: am Tor der Lumièreschen Fotofabrik, durch das die Arbeiter zum Feierabend herausströmten.
Seither haben sich die Städte extrem verändert. Nicht unwesentlich trug dazu die fortgesetzte Medialisierung und Vermischung von Öffentlichkeit und Privatsphäre bei. Verrückterweise hat dies die sozialen Milieus umso mehr entflochten. Zwischen den High-Frequency-Tradings heutiger Global Cities und den gestauten Schluchten prekärer Überlebens- und Verbraucherkämpfe besteht kaum noch Sichtweite. Dass dennoch die städtische Sehnsucht nach dem anderen bleibt, davon erzählen die Filme eines gleichfalls stark veränderten Kinos: Filme, die wie eine Stadtmitte den ökonomischen Fluss bündeln, aber auch solche, die wie Szenebezirke neue Visionen entwickeln.

Kuratiert von Rainer Bellenbaum, der vor jedem Programm eine Einführung gibt; im Anschluss an die Filme findet jeweils eine Diskussion statt.

Rainer Bellenbaum, 1957 geboren, ist Autor, Filmer und Medienwissenschaftler, lebt und arbeitet in Wien und Berlin.

Aktuelle Buchpublikation: Kinematografisches Handeln. Von den Filmavantgarden zum Ausstellungsfilm, Berlin 2013.
www.rainerbellenbaum.wordpress.com

 

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