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MAI 2012
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Eine Filmschau vom 24. Juli - 20. August 2010
in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen und dem ORF Landesstudio Salzburg
Sie gehört zu den derzeit meistbeschäftigten und hochgelobten Schauspielerinnen des Landes. Sie feiert Triumphe in Theater und Film und neuerdings sogar als Sängerin. Und sie wird in diesem Sommer die kleine, aber umso prestigeträchtigere Rolle als Jedermann's Buhlschaft in Salzburg spielen. DAS KINO widmet der vielseitigen Birgit Minichmayr im Juli und August eine Werkschau ihrer Kinofilme.
Ein Vorwort von Thomas Oberender, Salzburger Festspiele
Birgit Minichmayr und alle anderen: Ja, was macht die denn da? Die spielt doch gar nicht! Die glänzt mit ihrem Sein! Oder ist sie nicht so? Sie selbst. Wie sie da ist? Hat sie denn vor gar nichts Angst? Ihre Figuren gehen immer ein Stück weiter, als alle anderen. Oder näher heran. Und sie kuckt sich allerhand an, sagt Birgit Minichmayr, färbt es ein mit ihrer Fantasie, und macht dann daraus ihre eigene Figur. „Der Text ist mein Material“, sagt sie, „daraus werde ich lebendig.“ Und mit diesem Text geht sie sehr gescheit um. Sie spricht ihn beispiellos gerade und direkt, und trotzdem in Brüchen und abrupten Wendungen. Wobei sie ihre Worte jenem Text, den ihr Körper spricht, manchmal einfach nur hinzufügt – leicht zeitversetzt, auf einer anderen Ebene, oder aber mit einem ganz gegenteiligen Ausdruck, als ein offensichtlich unversöhnter Widerspruch, aus dem dann plötzlich die Wahrheit spricht. Ihre Figuren betrachten das Leben mit Röntgenaugen. Sie können den Dingen auf den Grund schauen. Illusionen machen sie sich keine. Illusionen können sich Birgit Minichmayrs Figuren nicht leisten. Auf ihre Träume aber bleiben sie angewiesen. Als Liebende sind sie naiv und wehrlos. Wobei ihrem Verlangen nach unbedingter Liebe das bedingte Leben kaum je gewachsen ist. Daher wirken ihre Figuren von Selbstvernichtung bedroht, und zugleich bedrohlich für alle anderen, die der Art, wie sie mit ihrer Einsamkeit umgehen, kaum folgen können. Zweiundzwanzig Filme entstanden mit Birgit Minichmayr in den letzten neun Jahren, darunter zwölf Kinofilme. Kommen hinzu siebenundzwanzig Rollen auf den bedeutendsten Bühnen des deutschsprachigen Raumes, einige sogar mehrfach preisgekrönt, und Hörbücher, Lieder – Birgit Minichmayr muss mehrere Leben zugleich gelebt haben, um in einer so kurzen Zeit ein derart großes Werk hervor zu bringen. Wie geht das? Sicher nicht, indem die Künstlerin nur mit ihrem Dasein glänzt. Fleiß, Disziplin, Intelligenz, Exzess und Training, all dies mischt sich in ihrem Schaffen in nicht durchschnittlichem Maß. Sie ist eine moderne Schauspielerin, die ein hohes Bewusstsein für Formen besitzt, aber sich durch keinerlei überlieferten oder modisch geschätzten Stil absichert. Sie durchtränkt ihre Figuren mit ihrem ganz persönlichen Sound und Wissen, einer individuellen Furchtlosigkeit, Cleverness und Erotik, die diesen Film- und Bühnengeschöpfen stets die Suggestion unbedingter Authentizität verleihen. Aber, wie sie unlängst in der Zeitschrift APROPOS sagte – sie weiß schon, dass es „immer die Birgit“ ist, die da spielt. Und sie hat diese Birgit als eine Figur in der Welt erkannt, mit der sie noch sehr viel vorhat. Und mit deren Dasein sie glänzt!
Thomas Oberender
www.salzburgfestival.at