DER WOHLWOLLENDE DIKTATOR & AUSTRO AMERICAN YOUTH

Malawi/Österreich/Frankreich/USA 2017; Regie: Albert Lichtblau, Bernhard Braunstein und Martin Hasenöhrl; 90 Min.
Ohne Altersbeschränkung

Zwei Dokumentarfilme aus Salzburg beleuchten außergewöhnliche Lebensgeschichten von geflüchteten ÖsterreicherInnen – und erzählen damit mehr über das politische Weltgeschehen des 20. Jahrhunderts als manchen von uns angenehm ist.

1941 gründen jugendliche Flüchtlinge aus Nazi-Österreich in New York den Club Austro-American Youth. In kurzer Zeit wird die Gruppe für mehrere hundert Menschen zu einer Art Zwischenheimat. Es werden Ausflüge ins Grüne unternommen, es wird getanzt, gesungen, gesportelt, und nicht wenige finden im Club die Liebe fürs Leben. Hinter der unbeschwerten Fassade der Austro-American Youth verbirgt sich aber eine brisante politische Dimension: nach dem Krieg werden zwei Mitbegründer des Clubs als kommunistische Spione enttarnt, und die ganze Gruppe gerät ins Visier der US-Geheimdienste. Ein überwunden geglaubter Albtraum der Bedrohung beginnt von Neuem.

Auch die Geschichte von Norbert Abeles beginnt mit der Flucht aus Wien, endet aber auf einem Grundstück in der Kleinstadt Nkhotakota am Malawisee, wo Abeles mit seiner Ehefrau und mehr als zehn Angestellten lebt: „Ein wohlwollender Diktator unter diesen Umständen“, sagt Norbert Abeles, Protagonist des gleichnamigen Dokumentarfilms, „ist ja das beste. Der nützt die herrschenden Umstände aus zum Wohl des Volkes.“ Was sind das für Umstände? Umstände, wie sie in Malawi, wo Abeles seit mehr als 30 Jahren lebt, vorherrschen: in erster Linie ein Teufelskreis aus großer Armut und geringen Chancen auf Bildung. Umstände, die vom Kolonialismus hervorgebracht wurden und die als dessen Erbe auch nach der Unabhängigkeit des Landes andauern.

Vertreibung, Unterdrückung, Spionage; sich arrangieren, aktiv werden, selber unterdrücken. Zwei Dokumentarfilme erzählen über Vergangenes und werfen gerade dadurch aktuelle politische Fragen auf: Wie beeinflusst Politik den Menschen, können Menschen die Politik beeinflussen? Ist die Demokratie in Gefahr? Wann kommt der nächste starke Mann?

Weltpremiere: Austro-American Youth – Österreich/USA 2017, 55 Min., OF dt./engl. mit UT
Salzburgpremiere: Der wohlwollende Diktator – Österreich/Malawi 2016, 35 Min., OF dt.

Regisseure Albert Lichtblau, Bernhard Braunstein und Martin Hasenöhrl zu Gast

Moderation: Michael Bilic

Im Anschluss: Umtrunk für den guten Zweck. Das Kino und Trumer Bier laden zum gemütlichen Zusammensein und Diskutieren in die Kino-Bar im ersten Stock. Alle Einnahmen kommen einem Schulgeldprojekt in Malawi zugute.

Über die Regisseure:

Albert Lichtblau - Interviews und Regie: geb. 1954, Historiker am Fachbereich für Geschichte der Universität Salzburg mit Schwerpunkt für audiovisuelle Geschichte, stellvertretender Leiter des Zentrums für jüdische Kulturgeschichte.

Bernhard Braunstein - Schnitt und Regie: geb. 1979, Dokumentarfilmregisseur, Cutter, Kameramann, lebt in Paris und Salzburg.

Martin Hasenöhrl – Kamera und Regie: geb. 1980, freischaffender Dokumentarfilmer, Cutter, Kameramann, lebt in Salzburg.

Der Film lief zuletzt am 30.11.2017.

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