HANNAS SCHLAFENDE HUNDE

Deutschland/Österreich 2015; Regie: Andreas Gruber; Drehbuch: Andreas Gruber, nach der gleichnamigen Romanvorlage von Elisabeth Escher; Kamera: Martin Gressmann; Schauspieler: Hannelore Elsner, Franziska Weisz, Nike Seitz, Rainer Egger, Christian Wolff, Johannes Silberschneider; Musik: Gert Wilden; 124 Min., OF Deutsch
FSK 12

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Die harmlos biedere Idylle im österreichischen Provinzstädtchen Wels erweist sich als trügerisch. Auch im Jahr 1967 finden sich noch glühende Hitler-Anhänger unter den Bewohnern. „Der 8. Mai war für uns kein Tag der Befreiung“, überschreiben die ewige Gestrigen ihre Gedenkfeier, bei der inbrünstig das „Horst Wessel-Lied“ mit Posaunenklängen intoniert wird. Die zugezogene Familie Berger hat sich längst mit den Umständen arrangiert: Unauffällig bleiben, ist die Devise. Sonntags wird der katholische Gottesdienst besucht. Die zunehmend bedrohlicheren Übergriffe des betrunkenen Hausmeisters auf Johanna werden von der Mutter ebenso ignoriert wie das dubiose Verhalten jenes einstigen Bankdirektors aus der Nachbarschaft oder die Gewaltausfälle ihres Schwagers. Diese unwürdige Charade findet ein abruptes Ende, als die Neunjährige vom Pfarrer erfährt, dass sie aus einer jüdischen Familie stammt. Mit kindlicher Neugier erkundet das aufgeweckte Mädchen ihre Identität und findet in der resoluten Großmutter eine verlässliche Verbündete.

Nach der Vorlage des gleichnamigen Romans von Elisabeth Escher inszeniert der Welser Regisseur Andreas Gruber (HASENJAGD)  mit psychologischer Präzision ein stimmiges Sittengemälde über die bleierne Zeit im Österreich der 60-er Jahre. Die liebevolle und perfekte Ausstattung, die bis zum authentischen Kassenbrillen-Gestell des Vaters reicht, gerät zur unheimlich wirkenden Kulisse einer beklemmenden Atmosphäre, in der sich wahre menschliche Abgründe auftun. Der Film weist ein exzellentes Schauspiel-Ensemble bis in die kleinsten Nebenrollen auf, allen voran Hannelore Elsner und Franziska Weisz. Als großartige Entdeckung erweist sich die junge Nike Seitz, die die sensible Titelheldin glaubhaft und mit großer Natürlichkeit spielt. Atmosphärisch dicht, psychologisch präzise sowie überzeugend gespielt entwickelt Gruber ein spannendes Generationen- und Gesellschaftsdrama.     

Der Film lief zuletzt am 30.04.2016.

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