20,000 DAYS ON EARTH

Großbritannien 2014; Regie: Ian Forsyth, Jane Pollard; Drehbuch: Nick Cave, Ian Forsyth, Jane Pollard; Kamera: Erik Wilson; Schauspieler: Nick Cave, Warren Ellis, Kylie Minogue, Ray Winstone; Musik: Warren Ellis; 97 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Im Filmclub EXTRA wird einmal im Monat ein außergewöhnliches kinematografisches Werk von Filmjournalist Helmut Hollerweger ausgewählt und vorgestellt. Im Februar 2015 steht eine ungewöhnliche Doku-Fiktion auf dem Programm.

20 000 DAYS ON EARTH dokumentiert 24 Stunden im Leben des Musikers Nick Cave. Der Wecker klingelt, zerknittert schleppt sich Cave ins Bad und aus dem Off monologisiert er mit sonorer Stimme: „Ich wache auf, ich schreibe, ich esse, ich schreibe, ich sehe fern. Das ist mein 20 000. Tag auf Erden.“ Der Film begleitet den Australier in der Folge an einem fiktiven Tag in seiner Wahlheimat Brighton. Cave trifft den Psychotherapeuten Darian Leader und spricht mit ihm über seinen früh verstorbenen Vater. Der Zuseher wird Zeuge, wie der Musiker in seinem Arbeitszimmer an Texten arbeitet. Mit dem Bad Seeds-Musikerkollegen Warren Ellis isst er zu Mittag und redet mit ihm über Nina Simone. Er probt für seine neue Platte, und immer wieder fährt er mit seinem Jaguar durch ein graues Südengland. Manchmal sitzt ein alter Bekannter auf dem Rücksitz: erst der britische Schauspieler Ray Winstone, dann sein alter Weggefährte Blixa Bargeld und schließlich Kylie Minogue. Am Abend sitzt Cave mit seinen beiden halbwüchsigen Söhnen, den Zwillingen Arthur und Earl, auf dem Sofa, isst Pizza und schaut sich mit ihnen Brian de Palmas Gewaltorgie „Scarface“ an. Der zwanzigtausendste Tag mündet schließlich in einem beeindrucken Konzert mit Streicherorchester und Kinderchor.

Das Regisseursduo Iain Forsyth und Jane Pollard, das mit Nick Cave und den Bad Seeds bereits an Videos und Kurzfilmen gearbeitet hat, nähert sich dem Musiker nicht journalistisch, sondern schreibt in seinem Film gleichsam den Mythos Nick Cave weiter, indem es geschickt zwischen Inszenierung und Realität, Privatem und Öffentlichem balanciert. Das Ergebnis ist kein klassisches Musiker-Porträt, sondern vielmehr die „famose Selbstinszenierung eines wandelnden Gesamtkunstwerks“ (ROLLING STONE).
„20 000 DAYS ON EARTH ist das feinsinnigste Rockstar-Biopic überhaupt“ (SIGHT AND SOUND).

Iain Forsyth (geb. 1973) und Jane Pollard (geb. 1972) sind ein britisches Video- und Performance-Künstlerduo, dessen Werke bisher eher in Museen und Galerien gezeigt wurden. U. a. sorgten sie mit sogenannten „Reenactments“ für Furore, bei denen sie spannende Momente der Popgeschichte minutiös auf der Bühne rekonstruierten, etwa David Bowies letzten Auftritt als „Ziggy Stardust“. Weiters fabrizierten die beiden zahlreiche Musikvideos, u. a. für die Tindersticks, Gil Scott-Heron und (mehrfach) für Nick Cave. 20 000 DAYS ON EARTH ist ihr Kinodebüt.

Der Film lief zuletzt am 27.03.2015.

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