THE GREAT DICTATOR_1

DER GROßE DIKTATOR

USA 1940; Regie: Charles Chaplin; Drehbuch: Charles Chaplin; Kamera: R. Totheroh, Karl Struss; Schauspieler: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie, Henry Daniell, Reginald Gardiner; Musik: Charles Chaplin, M. Wilson; 126 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch

Charles Spencer Chaplin, geboren 1889 in ärmlichsten Verhältnissen in London. Seine Eltern waren Künstler an den britischen Music Halls. Kommt bald zum Varieté. Mit 9 Jahren tritt er selbst erstmals in den Music Halls auf. Als Star der britischen Fred Karno-Truppe bereist er die USA und bleibt 1913 in Amerika um beim Film zu arbeiten. Bald macht er sich selbstständig und ist Drehbuchautor, Regisseur und Darsteller seiner Filme. Oft komponiert und dirigiert er auch die Filmmusik.

Bereits 1938 beschäftigt sich Chaplin mit dem Thema, im September 1939 ist die Drehfassung fertig. Aus heutiger Sicht ist es unglaublich, mit welch präziser Wahrnehmung und mit welcher Schärfe er treffende Bilder und Visionen über Hitler und Nazi-Deutschland entwickelte. Der Film war jedoch ein gewagtes Unterfangen: Die Balance zu halten zwischen Chaplins Wunsch, die Welt möge über Hitler lachen, und dem Respekt gegenüber den Opfern des Nazi-Terrors. Chaplins satirische Slapstick-Parodie auf den Faschismus richtete sich symbolisch auch gegen die US-Staatsmacht und den Militarismus allgemein. Diesen Anti-Hitler-Film wollte die US-amerikanische Zensurbehörde zuerst nicht genehmigen. Die Konservativen Amerikas unterschätzten anfangs Hitlers Machtwahn und hielten ihn für einen großartigen Politiker, da er quasi ein Verbündeter in Europa gegen den Bolschewismus Stalins war.
Chaplin hat Angriffe von Nationalsozialisten, die ihn fälschlicherweise als Juden titulierten, aus Solidarität mit den Verfolgten erst viel später richtiggestellt.

Mit „Der große Diktator“ hat Chaplin ein Meisterwerk der Filmgeschichte geschaffen: Eine, wie Eisenstein schrieb, „großartige, vernichtende Satire, dem Sieg des menschlichen Geistes über die Unmenschlichkeit zum Ruhm”.

Termin: 23. Mai 2014, 19.00
Gespräch mit: Dr. Manfred Mittermayer, Leiter des Literaturarchivs Salzburg und (mit Ines Schütz) der Rauriser Literaturtage

Der Film lief zuletzt am 23.05.2014.

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