THE ACT OF KILLING_1

THE ACT OF KILLING

Indonesien/Dänemark/Norwegen/Großbritannien 2012; Regie: Joshua Oppenheimer, Christine Cynn, anonym; Drehbuch: Joshua Oppenheimer, Christine Cynn, anonym; Kamera: Carlos Mariano Arango de Montis, Lars Skree; 159 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch

Joshua Oppenheimer
Geboren 1974 in Texas. Studiert Film an der Harvard University und am Central St. Martins College in London. Leitet die Forschungsgruppe «Genocide and Genre» des britischen Arts and Humanities Research Council.

Mitte der Sechzigerjahre ermordeten indonesische Todesschwadronen über eine Million politische Gegner, Intellektuelle, Gewerkschafter, Ausländer (Chinesen). Die Anführer dieser Kommandos werden nach wie vor als Volkshelden gefeiert. Kriegsverbrecherprozesse, Wiedergutmachung, Aufarbeitung, all das existiert nicht. Bis heute brüsten sich die Mörder mit ihren Taten und werden in Indonesien wie Helden verehrt.

Der amerikanische Filmemacher Joshua Oppenheimer wollte das ändern. Schon seit 2002 arbeitete er an einem Film über die Opfer und ihre Angehörigen. Nachdem ihm aber klar wurde, dass er so nicht weiterkommen würde, wechselte er die Seiten und lernte die Mörder von damals kennen. Nur zu gern gaben sie vor der Kamera mit ihren Taten von damals an. Plötzlich öffneten sich Oppenheimer alle Türen. Er durfte überall filmen, Soldaten sperrten bereitwillig Drehorte ab.
Oppenheimer wagt Unheimliches: Vielleicht sollte man, so schlug er den Killern vor, von den ruhmreichen Taten der Vergangenheit nicht nur sprechen, sondern sie gleich verfilmen. Er erntete begeisterte Reaktionen. Kurz darauf saßen die Täter von damals in einem Studio und schlüpften in die Rollen ihrer Opfer. Ließen sich offene Wunden in die Gesichter schminken, stellten Folterverhöre nach, schwelgten in Erinnerungen.
Sie sehen sich schon als Filmstars, die der Welt das wahre Leben der indonesischen Helden zeigen.
Das Filmprojekt bringt die Männer schließlich zum Reden und zum Nachdenken über ihre Taten, die sie bisher nie reflektiert haben. Die Inszenierung der Realität wird wirklicher als es die Taten für die Männer je waren.

Termin: 25. April 2014, 19.00
Gespräch mit: Mag.a Barbara Weber (Geschäftsführung Amnesty Österreich), Joshua Oppenheimer (angefragt für Skype-Zuschaltung), Dr. Michael Bilic

Der Film lief zuletzt am 25.04.2014.

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