DIE ZILLERTALER GEIGER

Österreich 1976; Regie: Bert Breit; 51 Min., OF Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Eine Reise in eine Zeit, als die Welt noch schwarz-weiß war und Musik noch nicht von "Abspielgeräten" kam. Die Zillertaler Geiger ist ein filmisches Dokument über die heute ausgestorbene Tradition des Geige-Spielens im Zillertal. Die Geige – im Allgemeinen als Elite-Instrument in der klassischen Musik wahrgenommen – war für Bergbauern in Tirol ein wichtiges Instrument ihrer Tanzmusik, mit der sie ihr hartes, eintöniges Leben auflockerten. Gelehrt und gelernt wurde nach Gehör, die Musikanten – selbst Bauern – nahmen zu den Festen oft weite Wege auf sich und spielten für wenig Lohn die ganze Nacht. Die Geige, ein leichtes und einfach zu reparierendes Instrument aus Holz, entspricht diesen Anforderungen. Trotz Fremdenverkehr und infrastruktureller Entwicklung hat sich im Zillertal die Tradition, mit der Geige zum Tanz "aufzumachen" lange erhalten. Der Dokumentarfilm von Bert Breit aus dem Jahr 1976 ist aber kein sehnsüchtiger Blick in eine »gute alte Zeit«.


"Entscheidend bei diesem Film ist, dass er nicht in ein romantisierendes Eck gestellt wird. Die in ihm gezeigte Tradition des Geigenspielens gibt es inzwischen nur mehr in Resten, weil die sozioökonomische Grundlage für diese Musik nicht mehr gegeben ist. Armut, Be- und Eingeschränktheit im Zillertal haben etwas anderem Platz gemacht. Und der kulturalistische Blick auf diese Musik hat immer nur ein Zerrbild geliefert."
(Matthias Breit, Sohn von Regisseur Bert Breit)


Welche Zerrbilder heute über Volksmusik herrschen, welche Zerrbilder lange in die Volksmusikforschung bedient bzw. formuliert wurden und in welcher Form die Tradition des Geigenspiels in Tirol weiterlebt, darüber diskutieren nach dem Film Matthias Breit (Sohn des Regisseurs), Maria Walcher, Referentin für das Immaterielle Kulturerbe der Österreichischen UNESCO-Kommission, Roswitha Meikl vom Salzburger Volksliedwerk und Dr. Rudolf Pietsch vom Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Dazu gibt's gemütlich Kaffee, Kuchen und Sekt.

Der Film lief zuletzt am 14.09.2013.

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