THE IRON LADY

Frankreich/Großbritannien 2011; Regie: Phyllidia Lloyd; Drehbuch: Abi Morgan; Kamera: Elliot Davis; Schauspieler: Meryl Streep, Jim Broadbent, Olivia Colman, Roger Allam; Musik: Thomas Newman; 104 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch

Margaret Thatcher, die erste und bislang einzige weibliche Premierministerin des Vereinigten Königreichs, spaltet bis heute die Gemüter (nicht nur) Großbritanniens. Ihre Politik – der Thatcherismus – steht für soziale Härte, Wirtschaftsliberalismus und schlaue Verhandlungstaktik. Der Film THE IRON LADY widmet sich jedoch weniger der Politik der Eisernen Lady, sondern ergründet vielmehr ausführlich ihre Persönlichkeit. Aus der Sicht der zunehmend an Altersdemenz geplagten, über 80-jährigen Margaret, die sich fortwährend mit dem Geist ihres längst gestorbenen Gatten unterhält, erzählt der Film in Rückblenden die Geschichte der britischen Polit-Ikone. Margaret Roberts wächst in einfachen Verhältnissen auf. Ihr Vater, ein methodistischer Laienprediger, betreibt einen Kolonialwarenhandel, in dem sie als junges Mädchen aushilft. Vom Vater erbt sie das Interesse an Politik und die Fähigkeit, andere für ihre Ideen zu begeistern. Als Erwachsene gelingt der Außenseiterin der Einstieg in das bis dahin von Männern beherrschte politische Establishment. Sie steigt von der konservativen Parlamentarierin zur Parteivorsitzenden und schließlich zur ersten Regierungschefin Europas auf. Aus anfänglichen Niederlagen lernt sie schnell, sie schult sich rhetorisch und ändert auf Anraten ihrer engsten Mitarbeiter ihren Stil. Unbeirrbar aber geht sie ihren politischen Weg, sei es im Kampf mit den Gewerkschaften oder im Falkland-Krieg. Ihr Mann Denis ist ihr hierbei mit seiner liebenswert-humorvollen Art stets ein unentbehrlicher Halt.
Regisseurin Phyllidia Lloyd (MAMMA MIA)zeichnet in THE IRON LADY gleichsam ein Doppelporträt Margaret Thatchers. Sie zeigt auf der einen Seite eine hinfällige, an Altersdemenz leidende Frau (wofür die Regisseurin in England heftig kritisiert wurde, weil sich die echte, mittlerweile 87-jährige Thatcher seit Jahren konsequent den Kameras entzieht). Auf der anderen Seite sieht man eine kompromißlose Kämpferin, die sich zum Ziel gesetzt hatte „in den Namen Great Britain wieder das Great einzuführen“. Die politischen „Taten“ Margaret Thatchers werden hierbei nur gestreift – der Abbau des Wohlfahrtsstaats, der Markt-Fundamentalismus, die Einführung der Kopfsteuer. Im Zentrum steht vielmehr eine Protagonistin, die nach Kräften vermenschlicht wird. Die SUNDAY TIMES schrieb deshalb über den Film: „Man geht in den Film in der Erwartung, Margaret Thatcher zu hassen, aber verlässt das Kino im Hass auf die politischen Pygmäen der Gegenwart.“ Verantwortlich hierfür ist wohl die mitreißende Performance von Meryl Streep. Bis in die kleinsten Beiläufigkeiten hat sich die US-Schauspielerin die Eigenheiten der britischen Politikerin angeeignet. „Streep“, so schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG“, lässt über weite Strecken vergessen, dass hier nicht Maggie selbst agiert, sondern eine Schauspielerin, so grandios hat sie sich Körperhaltung, Blick und vor allem stimmliche Manierismen der Eisernen anverwandelt.“ Auch die NEW YORK POST urteilte: „Meryl Streeps Darstellung war niemals herrlicher und leidenschaftlicher.“ Es wäre wenig verwunderlich, würde Meryl Streep für diese Rolle nach dem Golden Globe auch noch mit dem Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet werden.

Der Film lief zuletzt am 10.04.2012.

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