NACHTSCHICHTEN

2011; Regie: Ivette Löcker; Drehbuch: Ivette Löcker; Kamera: Frank Amann; Schauspieler: Gihur Nesnirg, Ines Pachur, Mieko Suzuki, Marcel Exner, Dietmar Lawin, u.a.; 97 Min.

›Grosser Preis für den besten Dokumentarfilm‹ Diagonale 2011
Die Nacht ist ein fragiles Gebilde. Einerseits Freiraum, schutzgebend, beinahe anarchisch, andererseits Gefängnis, einsam, still und trostlos. Regisseurin Ivette Löcker hat in ihrem Film Menschen begleitet, deren Lebensrhythmus vom Dunkel der Nacht geprägt ist. In Interviews und Beobachtungen nähert sie sich dem Reiz und Fluch der unterschiedlichen nächtlichen Routinen an. Egal ob NachtwächterInnen, Obdachlose, NachtwandererInnen oder GeheimniskrämerInnen - sie alle scheinen tagsüber unsichtbar, sie alle haben Träume, Ängste und Sehnsüchte.
›Der Film zeigt Menschen in Berlin, die tagsüber un-sichtbar bleiben und die Nacht für ihre Existenz gewählt haben. Die Idee war, sie auf ihren Wegen durch die Nacht zu begleiten, um die Motive für ihren versetzten Lebensrhythmus zu ergründen und die Gestalt und Ordnung der heutigen Großstadtnacht erfahrbar zu machen.‹, erzählt die Lungauer Regisseurin Ivette Löcker, die seit Jahren in der deutschen Metropole lebt.
NACHTSCHICHTEN ist ein Berlin-Film, keine Sinfonie der Großstadt, sondern ein Film Noir. Über der Stadt kreisen Helikopter mit Wärmebildkameras. Die Sprayer aber finden dennoch Schutz in der Nacht und hinterlassen ihre Handschrift. So hat Dj Mieko Recht, wenn sie behauptet, dass die Nacht farbenfroher sei als der Tag. Ivette Löcker webt ein fragiles Netz zwischen den Nachtschwärmern, manchmal schrill schillernd, manchmal zeitlos melancholisch.

Der Film lief zuletzt am 02.03.2012.

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