MüTTER UND TöCHTER

MOTHER AND CHILD

Deutschland/Österreich/Frankreich 2009; Regie: Rodrigo Garcia; Kamera: Xavier Pérez Grobet; Schauspieler: Naomi Watts, Annette Bening, Kerry Washington, Samuel L. Jackson; Musik: Edward Shearmur; 126 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch

OF: eng, spa Sub: deu
MÜTTER UND TÖCHTER erzählt von drei Frauenschicksalen, die auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind. Die Physiotherapeutin Karen leidet bis heute unter dem Verlust ihrer Tochter, die sie als 14-Jährige nach einer ungewollten Schwangerschaft auf Geheiß ihrer Mutter zur Adoption hatte freigeben müssen. Die ehrgeizige Anwältin Elizabeth, die bei Geburt adoptiert wurde, führt ein ungebundenes Leben. Die Erinnerung an ihre Vergangenheit vergräbt sie unter Arbeitswut und Sex, etwa mit ihrem aktuellen Chef Paul. Die junge Konditorin Lucy schließlich wünscht sich nichts sehnlicher als ein Baby, doch sie und ihr Mann können keine Kinder bekommen. Sie entscheiden sich für eine Adoption, aber die schwangere Frau hat immer wieder Zweifel, ob die beiden die Richtigen sind.
Regisseur Rodrigo Garcia, Sohn des kolumbianischen Nobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquéz und versierter Gestalter von qualitativen TV-Serien („Sopranos“, „In Treatment“), erzählt in MÜTTER UND TÖCHTER so einfühlsam wie zurückhaltend von Mutterschaft in ihren unterschiedlichen Ausprägungen. Vor allem aus der Abwesenheit von Nähe und gemeinsam verlebter Zeit ergeben sich hierbei für den Regisseur mitunter komplexe Fragestellungen. Was bedeutet es etwa für unser Leben, wenn wir ohne Kenntnis unserer Herkunft aufwachsen? Oder: Lässt sich auch nach 40 Jahren Trennung noch eine Mutter-Tochter-Beziehung aufbauen? Dramaturgisch erinnert der Film mit seinen parallel verlaufenden und am Ende kunstvoll zusammen geführten Handlungssträngen an Filme wie BABEL oder L.A. CRASH. Die Schlagkraft des Films verdankt sich jedoch der realistischen Figurenzeichnung. Regisseur Garcia bebildert keine Thesen, sondern formt glaubwürdige, spannungsreiche Charaktere. Allen voran Naomi Watts und Annette Benning tragen den Film mit einer Leidenschaft, die auf melodramatische Untertöne völlig verzichtet und stattdessen auf subtile Zurückhaltung setzt.
„MÜTTER UND TÖCHTER“, schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, „erzählt grandios von bindungsunfähigen Frauen. Die Souveränität, mit der Naomi Watts den Dreiklang aus Schönheit, Härte und Zerbrechlichkeit konturiert, beweist einmal mehr, warum Watts derzeit zu den spannendsten Hollywood-Actricen zählt.“ Und STERN urteilt: „Ein komplex konstruiertes, emotional aufrichtiges Ensembledrama mit einer brillanten Besetzung. Auch für Väter und Söhne zu empfehlen.“ MÜTTER UND TÖCHTER wurde beim Festival von Deauville mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Der Film lief zuletzt am 22.07.2011.

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