IN EINER BESSEREN WELT

HAEVNEN

Dänemark/Schweden 2010; Regie: Susanne Bier, Thomas Anders Jensen; Drehbuch: Susanne Bier; Kamera: Morten Soborg;; Schauspieler: Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen, Markus Rygaard; Musik: Johan Soderqvist; 113 Min., OF Dänisch mit UT in Deutsch

Anton, ein in Dänemark lebender Schwede, arbeitet halbjährlich als Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingslager. In regelmäßigen Abständen werden ihm schwangere junge Frauen gebracht, denenjemand mit einer Machete den Bauch aufgeschlitzt hat. Dies, so heißt es, habe der barbarische Warlord „Big Man“ getan, nur um mit seinen Kumpanen darum zu wetten, welches Geschlecht das Kind gehabt hätte. Daheim in Dänemark leidet Antons zwölfjähriger Sohn Elias unter den Quälereien seiner Schulkameraden, die ihn als „schwule Sau“, „Ausländer“ und „Rattengesicht“ verspotten und demütigen. Anton und seine Frau Marianne haben sich getrennt, so dass der Junge nicht nur seinen abwesenden Vater, sondern auch das verlorene Glück der Familie vermißt. Trotzdem schlägt er, wenn er vor dem Schultor gemobbt wird, nicht zurück. Dann kommt ein neuer Schüler, Christian, in Elias‘ Klasse. Die beiden freunden sich an. Christians Mutter ist vor kurzem an Krebs gestorben, seither hegt er einen unterdrückten Zorn gegen seinen Vater. Als er sieht, wie ein anderer Junge Elias in der Schultoilette bedrängt, schlägt er den Angreifer nieder und hält ihm ein Messer an die Kehle. Christian verleitet Elias in der Folge zu einem Rachefeldzug, während ihm sein Vater ein Beispiel der Gewaltlosigkeit geben will. Letzterer wird dann schließlich selbst vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt, als er – zurück in Afrika – eines Tages einen besonderen Patienten behandeln soll – den brutalen Warlord.
Die dänische Regisseurin Susanne Bier gilt seit Filmen wie OPEN HEARTS, BROTHERS und NACH DER HOCHZEIT als schonungslos ehrliche Expertin für emotionale und moralische Grenzsituationen. In IN EINER BESSEREN WELT verknüpft sie psychologisches Familiendrama mit moralischer Fabel und stellt hierbei brennende Fragen zum Thema Gewalt und Gewaltlosigkeit. Inhaltlich setzt der Film hierbei auf Gegensätze – Afrika versus Dänemark, Globalisierung versus Familie, Rache versus Gewaltverzicht. Gedreht wurde in bester Dogma-Manier großteils mit der Handkamera, doch immer wieder unterbrechen ruhige Einstellungen den Fluss der Handlung. Großes Gespür beweist die Regisseurin einmal mehr bei den Darstellern. „In jedem der Gesichter offenbart sich eine Frage, etwas Ungelöstes und Unerlöstes“, schwärmt DIE ZEIT. Und auch die FAZ urteilt über die jugendlichen und erwachsenen Schauspieler: „Sie alle sind großartig!“. „IN EINER BESSEREN WELT“, so die FAZ weiter, „ist eine Gleichung, die aufgeht. Dieses Familiendrama über Gewalt und Gegengewalt in Zeiten der Globalisierung wurde zu Recht mit dem Auslands-Oscar für den besten nichtenglischsprachigen Film belohnt.“

Der Film lief zuletzt am 26.08.2011.

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