GURU

BHAGWAN, HIS SECRETARY, HIS BODYGUARD

Schweiz 2010; Regie: Sabine Gisiger, Beat Häner; Drehbuch: Sabine Gisiger, Beat Häner; Kamera: Beat Häner, Matthias Kälin; Schauspieler: Sheela Birnstiel, Hugh Milne; Musik: Marcel Vaid; 98 Min., OF Deutsch

In den 70er Jahren kehren Tausende von jungen Menschen aus dem Westen ihrem bisherigen Leben den Rücken, um bei Bhagwan Shree Rajneesh im indischen Poona ihr Heil zu suchen. In seinem Ashram hält Bhagwan seine Jünger zu Meditation und tantrischer Sexualität an, um sie zu höherem Bewusstsein zu führen. Unter den Blumenkindern sind auch der junge Schotte Hugh, der in der Folge persönlicher Leibwächter des Gurus wird, sowie die Inderin Sheela, die zunächst als Sekretärin Bhagwans arbeitet und später, als der Guru sein Hauptquartier in die Berge Oregons verlegt, zur mächtigen Chefin aufsteigt. 5000 junge Menschen wollen in der dortigen Modellkommune eine ideale Lebensgemeinschaft bilden, die der Welt als Beispiel dienen soll. Doch der Guru, in der westlichen Presse der 70er Jahre als „Sex-Guru“ verpönt, macht zunehmend mit seinen 96 Rolls Royces, Lachgas-Exzessen und seiner Valium-Sucht Schlagzeilen. Der Traum endet schließlich in einem Alptraum.
In GURU – BHAGWAN, HIS SECRETARY & HIS BODYGUARD zeichnen die Schweizer Filmemacher Sabine Gisiger und Beat Häner die Geschichte der Bhagwan-Bewegung nach. In ausführlichen Interviews mit den Kommunen-Insidern Sheela und Hugh, sowie untermalt von beeindruckendem Archivmaterial, unternimmt der Film eine „spirituelle Reise in die Tiefen und Untiefen der menschlichen Seele“ – so der Untertitel des Films. Im Zentrum steht hierbei die Frage, wann und wieso die Sache schiefzulaufen begann. „Uns interessierten die individuellen und kollektiven Mechanismen, die zur Entstehung von totalitären Systemen mit Wahrheits- und Erleuchtungsanspruch führen“, so die Regisseurin Sabine Gisiger. In den Erzählungen der beiden Zeitzeugen ist demgemäß auch immer noch die Faszination spürbar, die Bhagwan auf seine Anhänger ausgeübt haben muss. Vor allem, wenn beide von den Anfängen, von gemeinsamer Arbeit und freiem Sex erzählen, beginnen ihre Augen zu leuchten. Archivbilder aus der späteren Zeit zeigen schließlich, wie sich friedfertige Utopisten in schießwütige Paramilitärs verwandeln. „GURU“, urteilt 3SAT.DE, „ist eine fesselnde Studie über das Scheitern einer Utopie – und die raren Momente entwaffnender Offenheit.“ Und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG schreibt: „Während in Julia Roberts aktuellem Film EAT PRAY LOVE die Wellness-Variante von Sinnsuche zu sehen ist, zeigt GURU die Ursprünge der Bewegung und den Preis der totalen Hingabe.“

Der Film lief zuletzt am 10.06.2011.

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