LE NOM DES GENS

DER NAME DER LEUTE

Frankreich 2009; Regie: Michel Leclerc; Kamera: Vincent Mathias; Schauspieler: Sara Forestier, Jacques Gamblin, Carole Franck, Lionel Jospin; Musik: Jérome Bensoussan; 100 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch

Die junge, attraktive, arabischstämmige Bahia trägt ihren außergewöhnlichen Namen mit Stolz, kämpft mit aufbrausender Leidenschaft für alle verfügbaren Randgruppen und dürfte für ihren Geschmack ruhig ein bisschen weniger französisch aussehen. Auch sonst hat die charmante Politaktivistin ihren eigenen Weg gefunden, die Welt zu verbessern: Ganz nach dem Motto ihre hippiebewegten Eltern „Make love, not war“ schläft sie mit politisch rechts stehenden Männern, um sie ideologisch umzupolen. Eine Ausnahme macht sie allerdings für den bekennenden Linkswähler und Ornithologen Arthur. Doch Bahia stellt sein bis dahin geordnetes und zurückgezogenes Leben völlig auf den Kopf. Und so muss sich Arthur plötzlich nicht nur mit Bahias mitreißendem Idealismus, sondern auch mit der wahren Geschichte seiner Familie auseinandersetzen.
Regisseur Michel Leclerc verarbeitet in seinem zweiten Spielfilm Brisantes wie Fremdenfeindlichkeit, Integrationspolitik und Algerienkrieg mit skurrilem Witz und vielen spielerischen Ideen. In einer cleveren und fantasievollen Parallelmontage, die an Woody Allen erinnert, werden zu Beginn die Familiengeschichten der beiden Protagonisten rekapituliert. Dialogstark und tempogeladen jongliert der Film in der Folge mit explosiven Themen der französischen Gegenwartspolitik, entlarvt hierbei genüsslich gesellschaftliche Klischeebilder und unterhält ganz nebenbei auch noch mit einer turbulenten romantischen Liebesgeschichte. Das gegensätzliche Paar wird von Jacques Gamblin und Sara Forestier gespielt: Der eine begeistert mit einer nuancierten, melancholischen Performance, die andere, Frankreichs neuer Shootingstar (GAINSBOURG), verzaubert mit ihrem hyperventilierenden Charme. „Das Sexuelle ist immer politisch – aber so wunderbar witzig wie in dieser anarchischen und tiefsinnigen Komödie haben wir es noch nie gesehen“, schreibt daserste.de über DER NAME DER LEUTE. Und filmstarts.de urteilt: „DER NAME DER LEUTE plädiert mit dem gleichen bezaubernden Aktionismus wie seine Protagonistin für einen beherzten Umgang mit der Vergangenheit und das Erkennen des Fremden in jedem von uns.“ „Sara Forestier liefert in diesem Film ein kleines Wunderwerk aus beherzter Schauspielkunst“ (programmkino.de).

Der Film lief zuletzt am 30.06.2011.

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