ALMANYA

WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND

Deutschland 2011; Regie: Yasemin Samdereli; Drehbuch: Nesrin Samdereli; Kamera: Ngo the Chau; Schauspieler: Vedat Erincin, Fahri Yardim, Lilay Huser, Demet Gül, Rafael Koussouris, Aylin Tezel; Musik: Gerd Baumann; 97 Min., OF Deutsch
FSK 6

Am 10. September 1964 wurde in der BRD der millionste „Gastarbeiter“ begrüßt. ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND erzählt die Geschichte des Eine-Million-und-Ersten, eines Mannes namens Hüseyin Yilmaz, und seiner Familie, und zwar über einen Zeitraum von 45 Jahren. „Wer oder was bin ich eigentlich – Deutscher oder Türke?“ Diese Frage stellt sich der sechsjährige Cenk Yilmaz, als ihn beim Fußball weder seine türkischen noch seine deutschen Mitschüler in ihre Mannschaft wählen. Um Cenk ein wenig zu trösten, erzählt ihm seine 22-jährige Cousine Canan die Geschichte ihres Großvaters Hüseyin, der Ende der 60er Jahre als türkischer Gastarbeiter nach Deutschland kam und später seine Frau und Kinder nach „Almanya“ nachholte. Seither ist Deutschland längst zur Heimat der Familie geworden. Eines schönen Abends überrumpelt Hüseyin bei einem großen Familientreffen seine Lieben mit der Nachricht, er habe in der Türkei ein Haus gekauft und wolle nun mit ihnen zusammen in ihre alte Heimat fahren. Es beginnt eine Reise voller Erinnerungen, Streitereien und Versöhnungen – bis der Familienausflug eine unerwartete Wendung nimmt.
In ihrem sehr persönlichen Kinodebüt ALMANYA erzählen die beiden Samdereli-Schwestern befreiend komisch von Integration und greifen hierbei mitunter auf eigene Jugenderlebnisse zurück. „Die Leute haben immer gelacht, wenn wir Anekdoten aus unserer Jugend erzählt haben“, sagt Yasemin Samdereli, „ein paar davon haben wir im Film verwendet.“ Die fröhliche Großfamilie, von der hier erzählt wird, besteht aus „Einwanderern, denen die Integrationsproblematik wesentlich fremder ist als das Sauerkraut“ (SZ): Alle sprechen zwei Sprachen, keiner ist übertrieben religiös, die Frauen machen das, was sie wollen, und auch an deutsche Familienmitglieder hat man sich längst gewöhnt. Erst die dritte Generation hadert ein wenig mit ihrer Identität zwischen zwei Kulturen. All das erzählen die Samdereli-Schwestern auf charmante Weise im Stil eines orientalischen Märchens. „Wie gut tut es“, schwärmt DIE ZEIT über diesen Film, „dass wir mal lachen dürfen über die Integrationsprobleme türkischer Einwanderer. Dass wir mal durch ihre Augen auf die deutsche Wirklichkeit von damals und heute schauen können – und zwar nicht in einem Problemfilm. Wie heilsam kann eine Komödie sein, weil sie sich löst von den festgefahrenen Meinungen der Integrationsdebatte oder der Furcht vor Islamisten und Ehrenmorden.“ Und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG urteilt: „ALMANYA ist eine solide Arbeit, wie sie das Genrekino in Deutschland nicht sehr häufig hervorbringt, mit manch irre komischen Szenen und einer ziemlich guten Besetzung.“

Der Film lief zuletzt am 02.10.2011.

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