DAS LABYRINTH DER WÖRTER
LA TêTE EN FRICHE
Frankreich 2011; Regie: Jean Becker; Drehbuch: Jean Becker, Jean-Loup Dabadie; Kamera: Arthur Cloquet; Schauspieler: Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Claude Maurane, Francois-Xavier Demaison; 82 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch
Kurzinhalt Es ist die Geschichte über eine dieser Begegnungen, die das ganze Leben verändern können: das Zusammentreffen in einem Park zwischen Germain (Gérard Depardieu), um die 50, praktisch Analphabet, und Margueritte (Gisèle Casadesus), einer kleinen alten Dame und leidenschaftlichen Leserin. Vierzig Jahre und hundert Kilo trennen sie. Eines Tages setzt sich Germain zufällig neben sie. Margueritte liest ihm Passagen aus Roma- nen vor und eröffnet ihm die Welt und die Magie der Bücher, von denen sich Germain im- mer ausgeschlossen fühlte. Inhalt Germain, um die 50, Hilfsarbeiter und praktisch Analphabet, und Margueritte, eine alte Dame und leidenschaftliche Leserin, treffen zufällig in einem Park in der französischen Provinz aufeinander. Vierzig Jahre und hundert Kilo trennen sie. Margueritte liest ihm Passagen aus Romanen vor und eröffnet ihm die Welt und Magie der Bücher, von denen sich Germain bisher immer ausgeschlossen fühlte. Germains Freunde im Bistro, die ihn bis jetzt für einen Einfaltspinsel hielten, reagieren irritiert. Denn er gebraucht plötzlich Wörter, die sie nicht verstehen, und hat neue Interessen. Weil Margueritte immer mehr ihr Augenlicht verliert, übt Germain lesen, um ihr einmal vorlesen zu können, wenn sie selbst es nicht mehr kann. Der 77-jährige Jean Becker (DIALOG MIT MEINEM GÄRTNER) setzt mit DAS LABYRINTH DER WÖRTER die Tradition seiner ruhigen, unaufgeregten Erzählungen vom Landleben und der einfachen Leute fort. Der Film erzählt ohne pädagogischen Hochmut von der Erziehung zur Kultur. Literatur wird für einen ungebildeten Hilfsarbeiter zu einem Versprechen und einer Entdeckungsreise. Trotz der Bedeutung der Sprache ist DAS LABYRINTH DER WÖRTER alles andere als redselig. Die literarischen Zitate sind knapp, aber klug gewählt. >Dieser Germain, das hätte ich sein können<, meint Depardieu über seine Rolle und spielt hierbei auf Ähnlichkeiten zu seiner eigenen Biografie an. Sein literarisch gebildetes Gegenüber wird von der 1914 geborenen Gisèle Casadesus gespielt. >Sie strahlt<, schreibt die Süddeutsche Zeitung, >ob sie nun liest oder von ihrem Leben erzählt, eine unfassliche Gelassenheit aus und ihre Stimme ist so verführerisch wie die von Delphine Seyrig in den Sechzigern.< >Die Bilder dieses Films<, urteilt die Frankfurter Rundschau, >sind einfach komponiert und sommerlich klar. Wie die Bücher, von denen er erzählt, laden sie ein in eine herrliche Kultur.< >Jean Beckers Komödie ist so mild und leicht wie ein Frühlings-Café au lait auf einem französischen Dorfplatz< (Stern).
Der Film lief zuletzt am 09.02.2012.
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