|
||
BALHONIGDeutschland/Türkei 2010; Regie: Semih Kaplanoglu; Schauspieler: Bora Altas, Erdal Besikcioglu, Tülin Özen; 104 Min., OF Türkisch mit UT in Deutsch
KurzZwischen Yusuf und seinem Vater Yakup herrscht ein inniges Verhältnis. Oft begleitet der Junge seinen Vater in die umliegenden Wälder, wo dieser wilden Honig sammelt. Doch die Ausbeute wird zunehmend magerer. Yakup sucht tiefer in den Bergen nach besseren Plätzen und Yusuf wartet tagelang auf seine Rückkehr. Als Angst und Sorge um das Wohl Yakups zu groß werden, beschließt er, nach dem Vermissten zu suchen. Das leise, suggestive und poetische türkische Drama um den sechsjährigen Yusuf in der Waldlandschaft Anatoliens war würdiger und vielgerühmter Gewinner des ›Goldenen Bären‹ bei der Berlinale 2010. LangYusuf lebt mit seinen Eltern in den waldreichen Bergen der Schwarzmeerregion im Nordosten der Türkei. Oft begleitet er seinen Vater, den Imker Yakup, bei dessen Streifzügen durch die tiefen, unberührten Wälder. Hoch oben in den Bäumen werden die Bienenstöcke angebracht, um den berühmten schwarzen Honig der Rize-Region zu ernten. Aufmerksam lernt Yusuf an der Seite seines Vaters die Geheimnisse der Natur kennen, flüsternd findet er hier zu einer Sprache, die ihm in der Schule immer wieder fehlen will. Als ein unerklärliches Bienensterben die Gegend heimsucht, zieht Yakup los, um seine Bienenstöcke in einer schwer zugänglichen, gefährlichen Gebirgsregion aufzubauen. Als er nicht mehr zurückkehrt, macht sich Yusuf auf, den Vater zu suchen. Mit BAL - HONIG schließt Regisseur Semih Kaplanoglu seine rückwärts erzählte Yusuf-Trilogie ab, deren frühere Teile YUMURTA (2007) und SÜT (2008) vom Ringen des erwachsenen und halbwüchsigen Yusuf um eine Existenz als Lyriker handeln. BAL entführt in eine Welt voller poetischer Schönheit, in welcher die anatolische Landschaft gleichsam körperlich spürbar wird. Minutenlang ruhen die Bilder auf Baumstämmen und Baumwipfeln, auf Wiesen und Wegen oder auf dem anmutigen Gesicht des jungen, scheuen Yusuf, dessen kindliche Naivität und Präsenz den Zuschauer für sich einnimmt. Oft hört man auf der Tonspur nichts als das Knarzen der Baumäste, das Summen der Bienen oder das Rauschen der Blätter. In BAL geschieht wenig, der Handlungsrahmen ist eng gesteckt. Es ist vielmehr ein Film der Innerlichkeit, welcher Muße, Ruhe und Konzentration verlangt. "BAL ist ein Kino-Wunder, das aus dem normalen Kinobetrieb herausragt", schwärmt die FAZ über diesen Film. Und DIE ZEIT schreibt: "Dieser Film entlässt den Zuschauer mit einem Gefühl tiefer und anhaltender Verwunderung. Verwundert sind wir über die Möglichkeit des Kinos, uns in Zustände einer heilsamen Selbstentfremdung zu versetzen, wie wir sie allenfalls aus Träumen kennen." BAL - HONIG wurde bei der Berlinale 2010 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Der Film lief zuletzt am 08.04.2011. Links |
|
|