VON MENSCHEN UND GÖTTERN
DES HOMMES ET DES DIEUX
Frankreich 2010; Regie: Xavier Beauvois; Drehbuch: Etienne Comar, Xavier Beauvois; Kamera: Caroline Champetier; Schauspieler: Lambert Wilson, Michael Lonsdale, Olivier Rabourdin, Philippe Laudenbach, Loïc Pichon; 120 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch
Kurzinhalt Auf realen Tatsachen basierend beschreibt Regisseur Xavier Beauvois die letzten Monate im Leben der Trappisten-Mönche von Tibhirine, die 1996 auf nie aufgeklärte Weise ums Leben kamen. In bezwingend schönen Bildern, rhythmisch angepasst an das asketische Klosterleben, offenbart der Film, wie sich die Mönche in einer zunehmend gewalttätigen Welt den Glauben an die eigene Vernunft und die eigenen Überzeugungen bewahren und für das eintreten, was ihnen am wichtigsten ist: die Nächstenliebe. Inhalt In einem Kloster in den Bergen Algeriens leben neun französische Mönche ein friedliches, asketisches Leben, ihrem Glauben und der Hilfe anderer verpflichtet. Aus den unwegsamen Berghängen vor den Klostermauern haben sie blühende Gärten geschaffen, die Menschen aus den umliegenden Dörfern finden bei ihnen immer Unterstützung und Rat, egal ob in medizinischen Fragen, amtlichen Dingen oder einfach nur als Zuhörer. Doch das harmonische Zusammenleben spiegelt nicht die politische Realität des Landes wider: Als in der Nähe des Klosters eine Gruppe von Fremdarbeitern von islamistischen Rebellen ermordet wird, müssen die Mönche erkennen, dass der schon lange schwelende Konflikt zwischen algerischen Regierungstruppen und den Rebellen nun immer näher an sie herankommt. Er wird auch vor den Toren ihres Klosters nicht halt machen, und ihr christlicher Glaube kann sie in große Gefahr bringen. Bleiben oder flüchten? Eine schwierige Entscheidung, denn ihr gemeinsamer Glaube hat sie im Laufe der Jahre zu Freunden, zu einer Familie werden lassen und den Ort zu einer Heimat. Die Mönche diskutieren, zweifeln, hadern - bis schließlich die Entscheidung fällt, zu bleiben. Ein folgenschwerer Entschluss … DES HOMMES ET DES DIEUS beruht lose auf der wahren Geschichte der Trappisten-Mönche von Tibhirine, die 1996 auf brutale und nie aufgeklärte Weise ums Leben kamen. Doch im Film geht es um die Geschichte davor: Das friedliche Zusammenleben verschiedener Menschen, das sich im Angesicht des Terrors verändern muss. In berückend schönen Bilder und ruhig-beobachtend lässt der Film von Regisseur Xavier Beauvois teilnehmen an der Bewahrung von Überzeugungen und dem Eintreten für Vernunft und Nächstenliebe. In diesen Zeiten der Erschütterung der katholischen Kirche mag das vielleicht befremden, doch DES HOMMES ET DES DIEUS ist ohne großes Dekor eine stille, gleichzeitig berührende Parabel über Toleranz und Mitmenschlichkeit geworden. Das meistbeachtete Werk beim diesjährigen Festival in Cannes wurde denn auch mit dem Großen Preis der Jury und weiteren Preisen ausgezeichnet. Die Kritik zeigte sich einhellig begeistert. "Ein Meisterwerk!", so brachte es etwa der deutsche Tagesspiegel auf den Punkt.
Der Film lief zuletzt am 09.02.2012.
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