SMALL WORLD

Deutschland/Frankreich 2010; Regie: Bruno Chiche; Drehbuch: Bruno Chiche; Kamera: Thomas Hardmeier; Schauspieler: Françoise Fabian, Gérard Depardieu, Alexandra Maria Lara, Nathalie Baye; Musik: Jean-Michel Bernard; 93 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch

Ab und an steigen Kindheitserinnerungen hoch und klammern sich im Bewusstsein fest, das kennen wir alle. Aber manchmal sind diese so stark, dass sie die Gegenwart, das aktuelle Leben, ganz verdrängen. So geht es Konrad Lang: Der zufrieden alternde Freigeist erinnert sich zunehmend präziser an seine früheste Kindheit - und vergisst darüber alltägliche Dinge. Als ihm eines Tages in einem fatalen Missgeschick das Landhaus der Industriellen-Familie Senn abbrennt, dessen Verwalter er ist, macht er sich aufgeregt auf den Weg zu seiner "Ersatzfamilie": Mit Thomas Senn, dem Sohn, ist er gemeinsam aufgewachsen. Dessen Stiefmutter, das resolute Familienoberhaupt Elvira Senn, gewährt Konrad zwar Unterkunft, reagiert jedoch zunehmend verstört und ablehnend auf seine Erinnerungen. Elisabeth, Thomas' Ex-Frau und Simone, die junge Frau von dessen Sohn, beobachten mit Verwunderung die wachsende Nervosität der anderen. Vor allem Simone fühlt sich zu dem verwirrten Alten hingezogen, während der Rest der Familie sich kühl distanziert. Als sie auch noch damit beginnt, das Puzzle aus Konrads Erinnerungen zusammenzusetzen, ahnt sie nicht, dass sie damit einem lebensgefährlichen Geheimnis auf der Spur ist. Für alle Beteiligten hat ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit und das Vergessen begonnen …
Das Thema Demenz ist heute mehr denn je von brennender Aktualität. Dem trägt auch das Filmschaffen der letzten Jahre Rechnung: Etliche große Filme haben sich u.a. mit der Krankheit Alzheimer beschäftigt, wie etwa IRIS, WIE EIN EINZIGER TAG und zuletzt AN IHRER SEITE, um nur einige davon zu nennen. In Form eines leisen Krimis über Erinnerung und Gedächtnisverlust und komplizierte Familienbeziehungen bringt nun Regisseur Bruno Chiche das Thema ins Kino. SMALL WORLD basiert auf dem gleichnamigen Debüt-Roman des bekannten Schweizer Autors Martin Suter, zugleich dessen erfolgreichster Bestseller. Für den Film konnten einige Topstars des europäischen Kinos verpflichtet werden: Höchst sensibel, geradezu zärtlich verkörpert Gérard Depardieu die Figur des demenzkranken Konrad Lang, die junge Deutsche Alexandra Maria Lara (zu sehen in DER VORLESER und DER BAADER-MEINHOF KOMPLEX) gibt der Simone eine schmerzvolle, nüchterne Note. "Das ernste Thema Demenz rutscht nie in Bedrückung ab, was zuallererst an einem wuchtig aufspielenden Gérard Depardieu liegt", schrieb Kino.de über die Krimi-Verfilmung, die, hat man einmal zu schauen begonnen, einen unwiderstehlichen Sog ausübt.

Der Film lief zuletzt am 04.02.2011.

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