DIE FRAU MIT DEN FüNF ELEFANTEN

Deutschland/Schweiz 2010; Regie: Vadim Jendreyko; Drehbuch: Vadim Jendreyko; Kamera: : Niels Bolbrinker, Stéphane Kuthy; Schauspieler: Swetlana Geier; Musik: Daniel Almada, Martin Iannaccone; 92 Min., OF Deutsch
FSK 6

Übersetzer und Übersetzerinnen von Literatur führen meist ein Schattendasein, nur selten stehen sie in der Öffentlichkeit. Die Dokumentation DIE FRAU MIT DEN FÜNF ELEFANTEN möchte den Berufsstand ein wenig ins Licht rücken, indem sie eine der versiertesten Persönlichkeiten ihrer Zunft porträtiert: Swetlana Geier.

Sie gilt als die größte Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche. Soeben hat sie ihr Lebenswerk vollendet: Die Neuübertragung der fünf großen Romane von Fjodor Michailowitsch Dostojewski, genannt "DIE FÜNF ELEFANTEN".
15 Jahre hat sie mit dieser Arbeit zugebracht.
Wer sie beim Einkauf am Straßenmarkt in ihrer Wahlheimat Deutschland beobachtet, würde hinter der alten, gebückten Frau wohl kaum eine der gegenwärtig wichtigsten Übersetzerinnen vermuten. Doch der Schein trügt: Die hellwache 85-Jährige zeichnet sich durch ihr großes sinnliches Sprachverständnis und ihre kompromisslosen Achtung vor den Autoren aus; unermüdlich und mit Leidenschaft ist sie am Werk.
Geboren 1923 in Kiew (Ukraine), erlebte sie die wechselvolle und traurige Geschichte Europas am eigenen Leib: Der Vater wurde Opfer des stalinistischen Terrors, Swetlana selbst fiel den Nazis durch ihre ausgezeichneten Deutsch- und Französischkenntnisse auf und musste als Übersetzerin arbeiten. Obwohl auch sie den Naziterror zu spüren bekam, fand sie in Deutschland eine neue Heimat.

Der Film verwebt Swetlana Geiers Lebensgeschichte mit ihrem literarischen Schaffen. Er erzählt von großem Leid, stillen Helfern und unverhofften Chancen - und einer alles überstrahlenden Liebe für Sprache.
In Fragmenten zeichnet er die Erinnerung der Protagonistin auf, Archivbilder spiegeln dabei die Weltgeschichte wider, deren Zeugin sie war. Er begleitet sie zu den versiegelten Orten ihrer Kindheit und folgt ihr zuhause bei ihren Alltagsaufgaben wie auch bei ihrer literarischen Tätigkeit.

Zweieinhalb Jahre lang hat Regisseur Vadim Jendreyko an seinem Film gearbeitet. Swetlana Geier wirkt darin völlig unbefangen. Inszenieren ließ sie sich jedoch nicht. Vielleicht wird gerade deshalb jene besondere Authentizität und Nähe spürbar, die Ö1 RADIO KULTURJOURNAL so beschrieb: "Eine Intimität steckt in jeder Szene, die kaum glauben lässt, dass da ein ganzes Filmteam im Raum gewesen sein soll."
KINO-ZEIT schwärmte über "eine echte dokumentarische Kostbarkeit".

DIE FRAU MIT DEN FÜNF ELEFANTEN hat bislang drei internationale Filmpreise gewonnen.

Der Film lief zuletzt am 30.03.2014.

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