EINE VON 8

Österreich 2008; Regie: Sabine Derflinger; Drehbuch: Sabine Derflinger; Kamera: Astrid Heubrandtner; 87 Min., OF Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Frederike entdeckt einen Knoten in ihrer Brust. Als sie endlich einen Termin bei der Frauenärztin bekommt, lautet die niederschmetternde Diagnose: Brustkrebs. Dann der Schock: "Plötzlich war ich mit etwas konfrontiert, womit ich nie gerechnet habe." Von nun an hält die Krankheit Einzug in ihren Alltag: Arzttermine, Chemotherapien und Operationen bestimmen das Leben der Theaterschauspielerin. Im Spital lernt sie die Straßenbahnfahrerin Marijana kennen, mit der sie das lebensbedrohliche Schicksal teilt.
Statistisch gesehen erkrankt eine von acht Frauen in Österreich im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Jährlich wird die Krankheit bei etwa 5000 Frauen neu diagnostiziert, für 1700 davon verläuft sie tödlich. Auf Initiative der Schauspielerin Frederike von Stechow ist ein sehr ehrlicher und mutiger Dokumentarfilm entstanden, den die Wienerin Sabine Derflinger (VOLLGAS und 42PLUS) als Regisseurin begleitet hat. Ungewöhnliches Detail der Entstehung: Die Protagonistinnen Frederike und Marijana wirken als gleichwertige Gestalterinnen mit, indem sie mit Handkameras ihren Alltag unabhängig von den eigentlichen Dreharbeiten filmen. So bestimmen sie selbst nicht nur den Grad der Intensität, der Offenheit bzw. Diskretion des Films, sondern sie erreichen auch eine ganz besondere Authentizität. Einen Weg zu finden, den Krebs künstlerisch zu verarbeiten, stand für Frederike von Stechow im Vordergrund. Entstanden ist eine Art Video-Tagebuch-im-Film, das sehr persönliche Momente offenbart. Man sieht die beiden betroffenen Frauen in ihrer Wohnung, mit ihren Kindern, bei der Arbeit oder im Spital. "Ich soll das filmen, was ich sehen will", erklärt Marijana Gavric und macht Aufnahmen ihrer Familie beim Grillen am Lagerfeuer.
Wie viel an Eigenverantwortung bleibt den betroffenen Frauen angesichts der übermächtig scheinenden Krankheit? Regisseurin Sabine Derflinger begegnet dieser zentralen Frage, indem sie eine Balance findet zwischen ihren eigenen Beobachtungen und der Selbstwahrnehmung der Frauen. Niemals gleitet der Film ab ins Rührselige, nichts beschönigt er. Derflinger zeigt die Gesichter oft schmerzverzerrt und voll Tränen, sie lässt Gefühle und Ängste zu, ohne sich dabei dem Voyeurismus auszusetzen. Sie will keine Antworten geben oder Lösungsmodelle anbieten, sondern am Leben zweier Frauen teilhaben, die versuchen mit der Diagnose Krebs zu leben. EINE VON 8 ist auch das filmische Vermächtnis Frederike von Stechows, die im Juli 2009, wenige Monate nach der Premiere, starb. Gleichzeitig macht der Film Mut, und er "zementiert unsere Überzeugung, an das Leben zu glauben", so die Regisseurin.

Der Film lief zuletzt am 05.03.2010.

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