A SERIOUS MAN

Frankreich/Großbritannien/USA 2009; Regie: Joel & Ethan Coen; Drehbuch: Joel & Ethan Coen; Kamera: Roger Deakins; Schauspieler: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, Aaron Wolff, Michael Tezla; Produzent: Joel & Ethan Coen; 105 Min., OF Englisch, Hebräisch mit UT in Deutsch
FSK 16

Eigentlich lebt Larry Gopnik ein beschauliches Leben in einer kleinen jüdischen Gemeinde im Mittleren Westen der USA im Jahr 1967. Er ist ein liebender Ehemann, fürsorglicher Vater und erfolgreicher Professor. Aber irgendwie läuft plötzlich nichts mehr so wie gewohnt. Larrys Gattin verlangt die Scheidung, um mit ihrem selbstgefälligen neuen Liebhaber zusammenleben zu können. Sein Sohn hat Probleme in der Schule, die Tochter bestiehlt ihn, um sich eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Sein psychisch labiler Bruder hockt nur noch auf der Couch herum. Und als ob die Familie nicht schon genügend Probleme bereiten würde, gerät auch noch Larrys Karriere ins Trudeln. In seiner Not beschließt er, sich Hilfe bei einem Rabbi zu holen.
Nach ihrer Oscar-prämierten Killergroteske NO COUNTRY FOR OLD MEN und der Spionagesatire BURN AFTER READING präsentieren die Coen-Brüder nun mit A SERIOUS MAN ein vergnüglich böses Melodram über Moral und jüdische Religion. Und weil die Regisseure hierfür in die rustikale Landschaft von Minnesota zurückgekehrt sind, also dorthin, wo sie aufgewachsen sind, machen sie auch kein Hehl daraus, dass der Film ›semi-autobiografische Elemente‹ enthält. Der Humor in A SERIOUS MASN ist indessen bewährt schwarz. Mit beißendem Spott und genüsslicher Schadenfreude lassen die Coen-Brüder ihren gebeutelten Helden immer tiefer in eine Sinnkrise schlittern. Die grotesken Einfälle werden hierbei mit viel Situationskomik umgesetzt. Da holt sich etwa der arme Larry einen bösen Sonnenbrand, als er fassungslos die lüsterne Nachbarin beim textilfreien Sonnenbad beobachtet. Und da konvertiert am Ende der ehrwürdige Rabbi zum Fan von Jefferson Airplane. Die Rollen besetzte das Brüderpaar dieses Mal größtenteils mit unbekannten Darstellern, die sie bei lokalen Castings am Drehort fanden.
›Mit virtuos komponierten Bildern von Roger Deakins, haarsträubend komisch-lakonischen Pointen, einer präzisen Balance von Tragik und Komik sowie einem perfekt gecasteten Personal liefern die Coens eine liebevolle Leinwand-Hommage ans Jüdischsein‹, schreibt Andreas Borcholte im VIENNALE-Programm. Und ROGRAMMKINO.DE urteilt: ›Ein Feel-Bad-Movie zum Totlachen.‹

Der Film lief zuletzt am 05.03.2010.

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