PLASTIC PLANET

Deutschland/Österreich 2008; Regie: Werner Boote; Kamera: Thomas Kirschner, Dominik Spreitzhofer; Musik: The Orb; 95 Min., OF Deutsch
FSK 12


Nach der Steinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit leben wir jetzt in der Plastikzeit. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters. Die Menge des Kunststoffs, die seit der Erfindung dieses Materials durch den belgischer Chemiker Leo H. Bakeland vor über 100 Jahren produziert wurde, würde reichen, um den gesamten Erdball sechsmal einzupacken. Die Kunststoff-Industrie macht 800 Billiarden Euro Umsatz pro Jahr. Allein in Europa verdienen 1 Million Menschen ihr tägliches Brot unmittelbar mit Plastik. Plastik hat einige Vorteile: es ist billig, praktisch und leichter als Glas. Über die vielen negativen Eigenschaften wird seltener gesprochen. Etwa über das Müllproblem. Oder über Gesundheitsrisiken. Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Bisphenol A etwa, ein Hauptbestandteil von Polycarbonat, hat eine hormonell östrogenartige Wirkung. Fast alle Menschen nehmen Weichmacher über Nahrung und Atemluft ein – mit bisweilen weitreichenden unerwünschten Wirkungen.
Der Wiener Regisseur Werner Boote, der jahrelang Regieassistent bei Ulrich Seidl und Robert Dornhelm war, bevor er selbst Dokumentationen - vor allem im Musikbereich – drehte, will mit seinem investigativen Dokumentarfilm PLASTIC WORLD darauf aufmerksam machen, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Seine Recherchen führen ihn von Venedig bis in den Pazifischen Ozean, von Deutschland nach China, Indien und Japan. Er trifft u.a. den Präsidenten der Dachorganisation der europäischen Kunststofferzeuger, einen Chemiker, einen plastische Chirurgen und einen Meeresbiologen, er beobachtet Menschen bei ihrem alltäglichen Leben inmitten von Plastik, und er stellt wichtige, unangenehme Fragen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?

Der Film lief zuletzt am 29.06.2010.

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