MILK

USA 2009; Regie: Gus Van Sant; Drehbuch: Dustin Lance Black; Kamera: Harris Savides; Schauspieler: Sean Penn, Emile Hirsch, Josh Brolin, Diego Luna, James Franco; Produzent: Dustin Lance Black; 128 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch
FSK 10, FSK 14 empfohlen

Harvey Milk, als Stadtrat von San Francisco erster bekennender Schwuler in einem politischen Am in den USA, wurde am 28. November 1978 von einem konservativen Ex-Stadtrat und Konkurrenten erschossen. MILK zeichnet die letzten acht Jahre im Leben dieser politischen Ikone nach. Im New York des Jahres 1970 sieht man Milk zu Beginn als adrett gekleideten Versicherungsangestellten, der seinen 40. Geburtstag mit einem hübschen Mann feiert, den er in der U-Bahn kurz zuvor erobert hat. Zwei Jahre später - Milk hat sich inzwischen in einen Hippie mit Bart und langen Haaren verwandelt - ziehen die beiden nach San Francisco und eröffnen in der Castro Street ein Fotogeschäft , das bald zum Treffpunkt der lokalen homosexuellen Szene wird. Zunehmend setzt sich der charismatische Milk für die Rechte der kleinen Leute in der Nachbarschaft sowie für jene der homosexuellen Community ein. Homosexuelle aus dem ganzen Land kommen in die Castro Street - und Milk wird gleichsam zu ihrem selbsternannten Bürgermeister. Schließlich entschließt er sich, für den Stadtrat zu kandidieren und schafft - im vierten Anlauf - schließlich den Einzug.
Regisseur Gus Van Sant, dessen letzte Filme - ELEPHANT, PARANOID PARK - ästhetisch eher experimentell und inhaltlich sehr düster waren, präsentiert mit MILK einen Film, dessen Erzählweise zugänglicher und dessen Atmosphäre bisweilen gar hoffnungsvoll ist. Sein Porträt einer wichtigen Ikone der Schwulenbewegung sucht jedoch nicht das Heroische und Pathetische, sondern besticht vielmehr durch Poesie, Aktualität und Schauspiel. Detailgenau rekonstruiert der Regisseur die Aufbruchsstimmung der 70er Jahre in San Fransisco, fügt hierbei nahtlos Archivbilder in die Spielszenen ein, und voller Zärtlichkeit und ohne Voyeurismus erzählt er eine schöne, traurige Liebesgeschichte. Denn der private Milk mit seinen schweren Niederlagen ist dem Regisseur ebenso wichtig wie der politische. Sean Penn, für seine Darstellung mit einem Oscar ausgezeichnet, brilliert in MILK als sanftmütiger, humorvoller und durchsetzungskräftiger Bürgerrechtskämpfer mit einem unwiderstehlichen Lächeln und einer Mission.
"MILK", schreibt DIE WELT, "ist großes, dramatisches Erzählkino mit gesellschaftlichem Anspruch, sein Hauptdarsteller ein wahrer Besetzungscoup."

Der Film lief zuletzt am 03.06.2009.

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