DER KNOCHENMANN

Österreich 2008; Regie: Wolfgang Murnberger; Drehbuch: Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, nach dem gleichnamigen Roman von Wolf Haas; Kamera: Peter von Haller; Schauspieler: Josef Hader, Josef Bierbichler, Birgit Minichmayr, Simon Schwarz, Pia Hierzegger; Produzent: Danny Krausz, Kurt Stocker; Musik: Sofa Surfers; 120 Min., OF Deutsch
FSK 14, FSK 16 empfohlen

Birgit Minichmayr am Di 3. August, 21.00 zu Gast im Kino

Jetzt ist schon wieder was passiert. Ein Mann namens Horwath ist verschwunden. Die letzten Leasingraten für seinen Wagen sind nicht bezahlt. Unwillig übernimmt Ex-Polizist Brenner von seinem alten Freund Berti den mickrigen Auftrag und macht sich auf den langen Weg in die tiefe steirische Provinz. Der führt ihn direkt zum „Löschenkohl“, einer Backhendlstation von legendärem Ruf. Tausende Hühner müssen wöchentlich ihr Leben lassen, um hier, knusprig paniert, bis auf die Knochen abgenagt zu werden. Eine Knochenmehlmaschine zermalmt die Hühnerreste zu Futtermehl für die nächste Hühnergeneration. Ein kannibalischer Kreislauf des Fressens und Gefressenwerdens. Ein kurzer Blick auf den Leasingwagen ist alles, was Brenner von Horwath zu sehen bekommt. Dafür beginnt er sich in die Küchenchefin Birgit zu verlieben. Die ist leider mit dem Juniorchef verheiratet, der Brenner den Auftrag gegeben hat herauszubekommen, wo das ganze Geld bleibt, das der Seniorchef der Kasse entnimmt. Als sich dann schließlich ein Menschenknochen unter die Hühnerknochen mischt, wird es für Brenner zunehmend eng.
Nach KOMM, SÜSSER TOD und SILENTIUM ist DER KNOCHENMANN Wolfgang Murnbergers dritte Adaption eines Brenner-Romans von Wolf Haas. Und einmal mehr beweisen Murnberger, Hader und Haas, die gemeinsam das Drehbuch verfasst haben, dass sie Kenner der österreichischen Verhältnisse sind. Soll heißen: das Abgründige gibt sich sehr harmlos, während das Bösartige sehr unschuldig auftritt. Österreichische Lebenskultur, Esskultur, Freizeitkultur und Familientradition werden in DER KNOCHENMANN wunderbar grotesk präsentiert. Da wird mit brachialer Wucht beim Maskenball zu „Life is Life“ getanzt, während im Keller Körper an Fleischhaken baumeln. Immer wieder schlägt hierbei der rabenschwarze Humor in Szenen um, deren Drastik bisweilen eine Nähe zum Subgenre des Hinterwälder-Horrorfilms eröffnen. Und mittendrin: Josef Hader als kauziger Privatdetektiv Brenner, der eigentlich schon lange kein Detektiv mehr sein will, und mit weit offenen Augen, die denen eines armen Huhns nicht unähnlich sind, den seltsamen Gang der Dinge verfolgt. „DER KNOCHENMANN“, schreibt die TAZ anlässlich der Premiere des Films bei der Berlinale, „ist eine wunderbare Steiermark-Groteske. So doppelbödig jedes Bild durch einen rasanten Schnitt seinen Gegenpart erfährt, so doppelzüngig sind auch die Dialoge. Die zergehen wie Zartbitterschokolade auf der Zunge.“ Und DER STANDARD urteilt: „Mit DER KNOCHENMANN ist Wolfgang Murnberger seine beste Wolf-Haas-Verfilmung gelungen.“

Der Film lief zuletzt am 17.08.2010.

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