SELBSTGESPRÄCHE

Deutschland 2008; Regie: André Erkau; Drehbuch: André Erkau; Kamera: Dirk Morgenstern; Schauspieler: Johannes Allmayer, Maximilian Brückner, August Zirner, Daniel Drewes, Antje Widdra; Musik: Dürbeck & Dohmen; 96 Min., OF Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Sascha glaubt an seinen Durchbruch als Showmaster. Adrian träumt von der Frau, die ihn versteht, lebt jedoch immer noch mit seinem Trübsal blasenden Vater zusammen. Und Marie zerreibt sich zwischen dem Traum vom Job als Architektin und ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter. Die Wege der drei hätten sich nicht gekreuzt, säßen sie nicht zufällig in drei nebeneinander liegenden Telefonboxen eines Call-Centers. Sascha, Adrian und Marie sind jung und brauchen das Geld. Mit fester Stimme und schönen Worten versprechen sie potenziellen Kunden eine Super-Flatrate zu sensationellen Konditionen. Geleitet wird das Team von Richard, der von der Theorie der Kunst des effektiven Dialogs eine ganze Menge versteht, in der - ehelichen – Praxis davon jedoch wenig umsetzen kann. Auf recht unbeholfene Weise versucht er, die Beziehung zu seiner Frau durch einen gemeinsamen Tanzkurs zu retten. Aber auch um das Call-Center steht es schlecht: Wenn nicht innerhalb von vier Wochen die Verkaufszahlen um 5% gesteigert werden, droht der Abteilung die Schließung.
SELBSTGESPRÄCHE, das Spielfilmdebüt von André Erkau, einem Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien, porträtiert mit leicht ironischen und humorvollen Unterton vier gescheiterte Existenzen, die sich jedoch nicht unterkriegen lassen. Das Call-Center steht hierbei stellvertretend für eine Gesellschaft von sprachlosen Individuen. Die Kommunikation am Telefon gelingt den Protagonisten problemlos, mit dem Kommunizieren in der realen, privaten Welt hat jeder von ihnen jedoch so seine Schwierigkeiten. So gehört das Aneinandervorbeireden und Ignorieren gleichsam zum Erzählprinzip dieses Films, der bei aller Lakonie und allem Witz mehr und mehr auch die Tragik seiner Figuren enthüllt. „SELBSTGESPRÄCHE“ schreibt PROGRAMMKINO.DE, „besticht durch sorgfältige Beobachtungen sowie überzeugende Darsteller.“ Im Jänner dieses Jahres wurde der Film in Saarbrücken mit dem Max Ophüls-Preis ausgezeichnet.

Der Film lief zuletzt am 09.01.2009.

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