NORDWAND

Deutschland/Österreich/Schweiz 2008; Regie: Philipp Stölzl; Drehbuch: Christoph Silber, Rupert Henning, Philipp Stölzl, Johannes Naber; Kamera: Kolja Brandt; Schauspieler: Benno Fürmann, Johanna Wokalek, Florian Lukas, Simon Schwarz, Georg Friedrich, Ulrich Tukur, Erwin Steinhauer, Petra Morzé, Hamspeter; Produzent: Boris Schönfelder, Danny Krausz, Rudolf Santschi, Benjamin Herrmann; Musik: Christian Kolonovits; 121 Min., OF Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Animiert durch Hitlers Propaganda wagen die beiden Berchtesgadener Toni Kurz und Andi Hinterstoisser im Jahr 1936 die Besteigung der berüchtigten Eiger-Nordwand. Mit der Erstbesteigung winkt nicht nur der ersehnte soziale Aufstieg, sondern auch olympisches Gold. Während der Vorbereitungen am Fuß der Nordwand treffen Toni und Andi überraschend auf Luise, Tonis Jugendliebe, die als Journalistin an der Seite des nazitreuen Reporters Arau über die Erstbesteigung berichten soll. Beim Aufstieg, den die beiden Berchtesgadener mit zwei Österreichern unternehmen, läuft zunächst alles hervorragend und beide Seilschaften kommen schnell voran. Doch dann verlieren die Bergsteiger die Kontrolle: Einer der beiden Österreicher wird von einem Steinschlag am Kopf verletzt, das Wetter schwingt um und die vier Alpinisten werden zur Umkehr gezwungen. Was folgt, ist ein dramatischer Kampf ums Überleben.
Mit NORDWAND erneuert Regisseur Philipp Stölzl, der sich bislang mit Musikvideo- und Operninszenierungen (2007 inszenierte er bei den Salzburger Festspielen BENVENUTO CELLINI) einen Namen gemacht hat, den Bergfilm, ein Genre, das in den 1930er Jahren das erfolgreichste des deutschen Kinos war. Das Drama über den gescheiterten Versuch der Erstbesteigung der Eiger Nordwand basiert auf einer wahren Geschichte. Sie erzählt von jugendlichem Wagemut und ideologischem Größenwahnsinn im Jahr 1936: Ein Durchstieg hätte den Nazis einen großen Propaganda-Triumph gebracht. Visuell eindrucksvoll, unterlegt mit einer dröhnenden Musik, die keinen Vergleich mit einer bombastischen Wagner-Oper scheuen muss und gestützt auf einem beeindruckenden Ensemble renommierter deutscher und österreichischer Schauspieler hält NORDWAND den Zuseher bisweilen so sehr in Atem, als säße er nicht im sicheren Kinosaal, sondern klettere selbst mit. „NORDWAND“, schreibt 3SAT.DE, „ist kein heroisierender Bergfilm im klassischen Stil der 1930er Jahre. Stölzl entstaubt das Genre, zwingt den Zuschauer mit in die Seilschaft: ein packendes Bergdrama.“

Der Film lief zuletzt am 09.12.2008.

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