ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE

Deutschland 2008; Regie: Leander Haußmann; Drehbuch: Gernot Griksch; Kamera: Jana Marsik; Schauspieler: Tom Schilling, Maruschka Detmers, Christian Sengewald, Annika Kuhl, ; Musik: Element of Crime; 102 Min., OF Deutsch
FSK 16

Der 26-jährige Robert Zimmermann, durch ein fatales elterliches Versehen auf Bob Dylans bürgerlichen Namen getauft, ist Videospieldesigner, jung, trendy, cool. Er hat sein Leben zwischen Familientreffen im gut situierten Elternhaus, den virtuellen Welten seines Berufes und der Beziehung zu seiner Kollegin Lorna bestens im Griff. Bis er auf die attraktive, lebenserfahrene, deutlich älteren Monika trifft und die Liebe wie ein Blitz einschlägt. Die Begegnung sorgt auch in Roberts Umgebung für Verwirrung: sein Vater entdeckt verspätete Jugendlichkeit, seine Mutter poetische Neigungen, seine lesbische Schwester ihren Kinderwunsch und sein bester Freund Ole die Tücken der Kontaktanzeigenwelt. Während Robert um Monikas Zuneigung wirbt, öffnet sich mehr und mehr sein Blick auf die Vielfalt der Wunder, welche die Liebe mit sich bringt. Parallel zu den Differenzen am Familientisch wird das Geschick der Nation nachgestellt – der Vater hat das Haus dem großen TV-Historienregisseur Fritteur zur Verfügung gestellt, für ein Projekt zur deutschen Aufbauzeit.
Leander Haussmann, ursprünglich ein Theaterregisseur, der sich jedoch seit mittlerweile acht Jahren im Kino als Komödienregisseur etabliert hat (SONNENALLEE, HERR LEHMANN, NVA), präsentiert mit ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE einen bunten Reigen über die möglichen und unmöglichen Spielarten der Liebe. Der Film geht hierbei erwartungsgemäß über die klassischen Konventionen einer romantischen Komödie hinaus – mit schrägem Humor, seltsamen Figuren, überraschenden Pointen, großartiger Musik (von Element of Crime und Vladimir Vissotski) und hervorragenden Darstellern, allen voran Tom Schilling, der die Titelfigur als Milchbubi mit klassischem Buster Keaton-Stoizismus spielt, sowie Maruschka Detmers, der Skandal umwitterten Godard-, Doillon- und Bellocchio-Darstellerin, die hier ein großartiges Comeback feiert. „Man wird nicht satt in diesem Film“, schreibt die FRANKFURTER RUNDSCHAU über ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE. „Es dürfte gerne von allem mehr sein: Mehr von der herrlich verschrobenen Musik von Element of Crime, mehr von Vladimir Vissotski, dem russischen Bob Dylan, mehr Innenansichten aus der angenehm korrupten Computerspiel-Industrie, mehr Hamburger Lokal- und Hafenkolorit, und vor allem mehr romantische Zufälle und Missverständnisse, wie sie einem auch gerne mal im eigenen Leben begegnen dürften.“

Der Film lief zuletzt am 01.02.2009.

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