SO IST PARIS

Frankreich 2008; Regie: Cédric Klapisch; Kamera: Christophe Beaucarne; Schauspieler: Juliette Binoche, Romain Duris, Fabrice Luchini, Albert Dupontel, Francois Cluzet; Musik: Loic Dury; 129 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Paris, das sind die Orte – Eiffelturm, Moulin Rouge, Sacre Coeur, Montparnasse-Turm, Père Lachaise – und vor allem die Geschichten der Menschen, die in dieser Stadt leben. „Petites Histoires“, „kleine Geschichten“, nennt der französische Regisseur Cédric Klapisch seine fünf lose verknüpften, tragikomischen Schicksale, von denen er in SO IST PARIS erzählt. Da gibt es etwa den herzkranken Moulin Rouge-Tänzer, der sich einer höchst riskanten Transplantation unterziehen muss. Der Gedanke an seinen möglichen baldigen Tod erzeugt bei ihm Bewusstheit gegenüber den vielen kleinen Schönheiten des Pariser Alltags. Seine Schwester, eine Sozialarbeiterin, kümmert sich liebevoll um ihn, an sich selbst denkt die desillusionierte allein erziehende Mutter von drei Kindern nur selten. Weiters sind da noch ein Uni-Professor in der Midlife Crisis, der sich in eine seiner Studentinnen verliebt, eine Bäckerin, die ihre rassistischen Vorurteile vergisst, ein junger Mann aus Kamerun, der als illegaler Einwanderer sein Glück in Paris sucht sowie Gemüsehändler, die mit Mannequins flirten.
Nach seinen beiden erfolgreichen Erasmus-Studentenfilmen L’AUBERGE ESPAGNOLE (BARCELONA FÜR EIN JAHR bzw. WIEDERSEHEN IN ST.PETERSBURG) kehrt Regisseur Cédric Klapisch wieder ihn seine Heimatstadt zurück, um ihr ein filmisches Denkmal zu setzen. SO IST PARIS ist jedoch, obwohl der Film keineswegs auf die Postkarten-Highlights verzichtet, keine idyllische filmische Sightseeing-Tour. Vielmehr wirft der Film, der nicht zufällig im Herbst und Winter spielt, einen sehr melancholischen Blick auf das alltägliche Leben, erzählt er von Vergänglichkeit und Menschen in der Krise. Das Paris von Cédric Klapisch ist ein Ort, an dem Gegensätze und Segregation herrschen, eine komplexe, chaotische Metropole, in der neben Einsamkeit aber auch Solidarität existiert. Tatkräftig unterstützt wird der Regisseur bei der Inszenierung seiner Alltagsgeschichten von großartigen Schauspielern, wie etwa Fabrice Luchini, Romain Duris sowie Juliette Binoche, die zum Finale einen fulminanten Striptease hinlegt. „Dank eines lustvoll aufspielenden Ensembles“, schreibt das Filmmagazin RAY, „gelingt Klapisch mit SO IST PARIS eine charmante, teils hinreißend komische, teils schwermütige Liebeserklärung nicht nur an seine Heimatstadt, sondern auch an das Leben im Allgemeinen.“

Der Film lief zuletzt am 29.10.2008.

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