HAPPY- GO-LUCKY

Großbritannien 2008; Regie: Mike Leigh; Drehbuch: Mike Leigh; Kamera: Dick Pope; Schauspieler: Sally Hawkins, Alexis Zegerman, Andrea Riseborough, Samuel Roukin; Produzent: Simon Channing-Williams; Musik: Gary Yershon; 118 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Pauline, von allen nur Poppy genannt, arbeitet als Grundschullehrerin im Norden Londons und ist das, was man eine wahre Frohnatur nennt: stets gut gelaunt, offenherzig, hilfsbereit und ihren Mitmenschen gegenüber unvoreingenommen. Sie trägt Nylonstrumpfhosen und grellbunte Röckchen und Stöckelschuhe, hört am liebsten die Popgruppe Pulp, zieht am Wochenende mit ihren Freundinnen um die Häuser und steht am Montag wieder mit einem Lächeln vor ihren Schülern. Poppys unbeschwerte Art löst in ihrer oft etwas missgelaunten Umwelt allerdings auch Befremden und Erstaunen aus. Einer, an dem sie mit ihrer Freundlichkeit zu scheitern droht, ist ihr Fahrlehrer Scott, ein fluchender, cholerischer Menschenfeind und Rassist.
Mit Filmen wie LÜGEN UND GEHEIMNISSE, LIFE IS SWEET oder VERA DRAKE hat sich Regisseur Mike Leigh bislang als Meister sozialkritischer Alltagsdramen präsentiert. Mit HAPPY-GO-LUCKY überrascht der 65-jährige Brite nun mit einer schrillen und beschwingten Komödie. Dieses Mal fehlt jegliche Schwere. Keine Depression, kein Drama weit und breit. Stattdessen gibt es Farbe, Bewegung, pointierte Dialoge und eine hoffnungslose Optimistin als Hauptdarstellerin. Die vermeintliche Handlungsarmut des Films kaschiert Leigh geschickt durch perfektes Timing, Wortwitz und Tiefgang. Jede Szene ist hierbei das Ergebnis monatelanger Proben ohne Drehbuch, alles ist improvisiert und zugleich aufs Genaueste aus den Figuren entwickelt. Ergebnis dieser Inszenierungsweise ist, dass der Zuseher das Gefühl hat, dem Leben gleichsam über die Schulter schauen zu dürfen. „HAPPY-GO-LUCKY“, schreibt DIE ZEIT, „ist ein grellbunt überdrehtes Musical ohne Musik: Der Film tanzt – und mit ihm die Hauptdarstellerin Sally Hawkins.“ Und auch PROGRAMMKINO.DE meint: „Das größte Highlight dieses Films heißt Sally Hawkins. Die überzeugende Hauptdarstellerin versteht es in jeder Sekunde, ihre sympathische und manchmal leicht entrückte Filmfigur mit unbändiger Lebenslust anzureichern. Schnell erliegt man ihrem unwiderstehlichen Charme.“ Für ihre Rolle wurde Sally Hawkins bei der Berlinale 2008 mit dem Silbernen Bären als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

Der Film lief zuletzt am 09.11.2008.

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