DRACHENLäUFER

THE KITE RUNNER

USA 2007; Regie: Marc Forster; Drehbuch: David Benioff; Kamera: Roberto Schaefer; Schauspieler: Khalid Abdalla, Homayoun Ershadi, Zekiria Ebrahimi, Ahmad Khan Mahmoodzada; Musik: Alberto Iglesias; 122 Min., Fassung auf Deutsch
FSK 12

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Mitte der siebziger Jahre ist Kabul eine malerisch umgebene Metropole mit orientalischem Flair und gelassener Lebensart. In diesem beschaulichen Umfeld frönen die beiden Freunde Amir und Hassan ihrem Faible für amerikanische Westernfilme und träumen vom Sieg bei den prestigeträchtigen Wettkämpfen im Drachenfliegen. Amir ist ein paschtunischer Herrensohn, Hassan, der Sohn des Hausdieners, gehört der diskriminierten Minderheit der Hazara an. Ihre Beziehung zerbricht, als Hassan von einem aggressiven älteren Teenager vergewaltigt wird und Amir nicht wagt, seinen Kameraden zu verteidigen. Als im Jahr 1979 die russische Armee in Afghanistan einmarschiert, trennen sich die Wege der beiden Kinder. Amir wächst in Amerika auf und Hassan in einem Land, das in Bürgerkriegen, Besetzung und in der Schreckensherrschaft der Taliban versinkt. Nach 20 Jahren in Amerika führt ein Telefonanruf Amir zurück in seine Heimat, und er macht sich auf die gefährliche Reise durch eine fremde, zerrissene Welt, um Hassans Sohn aus den Händen der Taliban zu retten.
Khaled Hosseinis’ Bestseller DRACHENLÄUFER war der literarische Versuch, ein differenziertes, auch friedfertiges Bild islamischer Lebensart zu bieten und Verständnis für afghanische Kultur und Sitten im Westen zu fördern. Dieser Intention wird auch Marc Forsters Verfilmung des Romans gerecht. DRACHENLÄUFER spart zwar die Unmenschlichkeit der Taliban nicht aus, aber er zeigt auch eine liberale Form des Islam mit Moslems, die lebensfroh Feste feiern und die fürsorglich und herzlich miteinander umgehen. Marc Forster, im Übrigen der Regisseur des aktuellen James Bond-Streifens, inszeniert die Geschichte einer Kinderfreundschaft nüchtern und bemüht sich – etwa in seiner überzeugenden Wahl der jugendlichen Laiendarsteller bzw. in der Beibehaltung der afghanischen Sprache – um möglichst große Authentizität. „Marc Forsters eindrucksvolle Verfilmung“, schreibt DIE ZEIT, „zeigt ein Afghanistan jenseits aller Kriegsklischees. Er fängt das untergegangene Kabul in schönen, unaufdringlichen Bildern ein, balanciert Protagonisten und Landschaften klug aus und hätte für die Darstellung der beiden Jungen keine bessere Wahl treffen können.“

Der Film lief zuletzt am 13.11.2008.

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