DIE ZWEIGETEILTE FRAU

LA FILLE COUPÉE EN DEUX

Deutschland/Frankreich 2007; Regie: Claude Chabrol; Drehbuch: Cécile Maistre, Claude Chabrol; Kamera: Eduardo Serra; Schauspieler: Ludivine Sagnier, Benoît Magimel, François Berléand, Valeria Cavalli, Mathilda May; Musik: Matthieu Chabrol; 115 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch
FSK 12

Als die schöne, 25-jährige Wetterfee Gabrielle den berühmten Schriftsteller und notorischen Frauenverführer Charles kennen lernt, wird sie seine Geliebte und lebt unbefangen mit ihm seine sexuellen Obsessionen aus. Zunehmend verfällt sie dem älteren Mann und verliebt sich in ihn. Was Gabrielle allerdings nicht weiß: Charles, glücklich mit Dona verheiratet, würde seine Ehe nicht wegen einer Affäre aufs Spiel setzen. Als er von seinem sexuellen Abenteuer mit Gabrielle genug hat, verfällt diese in Depression und Apathie. Nun sieht Paul, der attraktive, aber unstete Erbe eines Familienvermögens, seine Chance gekommen. Schon lange bemüht er sich um Gabrielle, mit einer Reise nach Lissabon will er die Angebetete für sich gewinnen. Als Charles aus der Klatschpresse von Gabrielles neuer Beziehung erfährt, reagiert er gekränkt und arrangiert ein Treffen mit seiner verflossenen Geliebten.
Auch in seinem 54. Film widmet sich Regie-Altmeister Claude Chabrol wie gewohnt dem diskreten Charme der Bourgeoisie und ergründet die Abgründe in den besseren Kreisen der französischen Provinz. Inspiriert von einem realen Mordfall in New York aus dem Jahr 1906, den Richard Fleischer bereits 1955 in DAS MÄDCHEN AUF DER SAMTSCHAUKEL verfilmte, verlegt Chabrol die Handlung in das gehobene Milieu von Lyon. In bewährt ironisch-kühlem Ton seziert er hierbei den verkrampften Kulturbetrieb, die Treffen der Honoratioren und die Intrigen am Sender, und wirft am Ende schließlich die Frage auf, wer in der sich durch Besitz und Erfolg definierenden Gesellschaft noch als integres Wesen überleben kann. "Claude Chabrol", urteilt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, "ist in seinem neuen Film wieder in Hochform, seine Bilder sind konturiert und dicht, dass einem manchmal schwindlig werden könnte. Souverän navigiert er erneut zwischen der Oper und dem bürgerlichen Melodram."

Der Film lief zuletzt am 25.06.2008.

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