LADY CHATTERLEY

Belgien/Frankreich/Großbritannien 2006; Regie: Pascale Ferran; Drehbuch: Pascale Ferran, Roger Bohbot Pierre Trividic; Kamera: Julien Hirsch; Schauspieler: Marina Hands, Jean-Louis Coulloc'h, Hippolyte Girardot; 156 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch
FSK 12

Die junge Constance heiratet im Jahr 1917 den Minen- und Waldeigentümer Sir Clifford Chatterley, der bald seinen Militärdienst antritt und gelähmt aus dem Krieg heimkehrt. Constance pflegt ihn liebevoll, aber sie fühlt sich im ländlichen Milieu einsam und langweilt sich. In langen Spaziergängen beginnt sie die Natur ihrer Umgebung zu entdecken. Hierbei trifft sie eines Tages auf Parkin, den Jagdaufseher ihres Mannes, den sie zufällig beim Waschen beobachtet. Der Anblick seines nackten, virilen Oberkörpers löst heftige erotische Phantasien aus, die sie lange verdrängt hat. Unter Vorwänden besucht sie Parkins nun öfter in seiner Waldhütte. Zwischen den beiden beginnt gegen alle gesellschaftlichen Regeln eine leidenschaftliche Beziehung.
D.H. Lawrence Roman LADY CHATTERLEY aus dem Jahr 1928 ist einer der bekanntesten Skandalromane der Weltliteratur. Zu heftig war damals der Tabubruch dieser unstandesgemäßen Beziehung, zu direkt die Sprache, mit der Lawrence die körperliche Liebe beschrieb. In ihrer Verfilmung dieses Klassikers legt die französische Regisseurin Pascale Ferran den Akzent nun weniger auf den gesellschaftlichen Tabubruch, sondern auf Lady Chatterleys Entdeckung der körperlichen Liebe. Mit großer Sensibilität und Präzision zeigt die Kamera ihre sexuelle Emanzipation, folgt ihr auf ihren Wegen durch den Wald. Die Natur mit ihren sich öffnenden Blüten, fallenden Blättern, Gewitterwolken und ihrem frischen Quellwasser wird hierbei in langen Einstellungen und ästhetischen Bildern immer wieder zum Spiegel für die Seelenlandschaft der Figuren. Auf Musik wird fast zur Gänze verzichtet. "LADY CHATTERLEY", schreibt DER SPIEGEL, "ist mehr als die kongeniale Verfilmung eines literarischen Klassikers. Es ist eine Inszenierung der Erotik zwischen Mann und Frau, wie es sie keuscher und zugleich realistischer wohl niemals gab." LADY CHATTERLEY ist 2007 in Frankreich mit fünf Césars ausgezeichnet worden, u.a. als Bester Film.

Der Film lief zuletzt am 28.02.2010.

Links

Arena Premiere 6.März The Men who stare at Goats ab 6. März Der Räuber ab 27. Februar Ein Augenblick Freiheit ab 27. Februar Eine von 8 ab 20. Februar Giulias Verschwinden A Serious Man