PRINZESSINNENBAD
Deutschland 2007; Regie: Bettina Blümner; Drehbuch: Bettina Blümner; Kamera: Mathias Schöningh; Musik: Christian Illner; 90 Min., OF Deutsch FSK 12
Klara, Mina und Tanutscha sind fünfzehn. Aufgewachsen bei ihren allein erziehenden Müttern in Berlin Kreuzberg kennen sie sich seit ihrer Kindheit. Sie sind beste Freundinnen und teilen dieselben Interessen: Parties, Jungs und das Prinzenbad. Eigentlich sind sie unzertrennlich. Doch an der Schwelle zum Erwachsenwerden fangen die drei Mädchen an ihre eigenen Wege in der Welt zu suchen. Klara schmeißt die Schule, Mina möchte mit ihrem Freund zusammen sein und Tanutscha fordert von ihrer Mutter mehr Freiheit. Mit ihrem unverfälschten Charme und ihrer ruppigen und frühreifen Art, verschaffen sich Klara, Mina und Tanutscha Respekt und wählen so ihren eigenen Weg. Für ihr Dokuporträt PRINZESSINENBAD hat die Filmemacherin Bettina Blümner die drei Teenager mehr als ein Jahr lang durch den Alltag und beim Erwachsenwerden begleitet – ins Freibad, in die Parks, nach Hause oder in die „Schwänzerschule“. Dabei kommt sie ihnen sehr nah, aber doch nie so nah, dass die Mädchen durch ihre Offenheit bloßgestellt werden. Die drei Mädchen sind direkt, schlagfertig und – wohl aufgrund ihrer Sozialisation auf dem rauen Kreuzberger Pflaster – schon früh abgehärtet. Zugleich sind sie aber auch verletzlich und nachdenklich, wenn sie ihre Situation kommentieren. Bettina Blümner inszeniert ihr Erwachsenwerden jedoch nicht als pädagogisches Sozialdrama, sondern zeigt die Probleme der drei Mädchen mit Gelassenheit und ohne künstliche Dramatik, sie beschönigt nichts und vermittelt trotzdem Optimismus. Untermalt wird diese ‚éducation sentimentale’ passend mit weiblichem deutschen HipHop. „Der Film fühlt sich an, als dürfe man die Pubertät persönlich belauschen“, urteilt die FAZ über PRINZESSINNENBAD, der bei der BERLINALE 2007 mit dem Nachwuchspreis DIALOGUE EN PERSPECTIVE ausgezeichnet wurde.
Der Film lief zuletzt am 08.05.2008.
Links
|