PERSEPOLIS

Frankreich 2007; Regie: Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud; Drehbuch: Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud; Schauspieler: Gabrielle Lopes, Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Simon Abkarian, Danielle Darrieux; Musik: Olivier Bernet; 96 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch
FSK 10

empfohlen ab 14 Jahren/2. Französisch-Lernjahr
"Punk is not ded" - das ist die Devise! Marjane ist 8 Jahre alt, als es im Iran zur islamischen Revolution kommt. Die Sittenwächter u?bernehmen die Macht, sie machen Vorschriften, wie man leben soll und verfolgen gnadenlos alle, die anders denken. Tausende landen im Gefängnis, Frauen müssen Kopftu?cher tragen, bald schon werden Männer für den Krieg gegen den Irak eingezogen. Aber Marjane denkt gar nicht daran, sich den Regeln zu unterwerfen. Viel lieber entdeckt sie Punk, ABBAund Iron Maiden, trägt unter ihrem Schleier Jeans und Turnschuhe und sagt, was sie denkt. Je älter Marjane wird, desto gefährlicher wird ihr rebellisches Wesen. Zu ihrer Sicherheit schicken die Eltern sie nach Österreich auf die Schule. Im Exil erfährt Marjane eine zweite Revolution: Freiheit aber auch Einsamkeit in der Fremde, Erwachsenwerden und erste Liebe. In der preisgekrönten Verfilmung ihres Kult-Comics Persepolis erzählt die Regisseurin ihre Kindheit und Jugend. Mit Wut und Witz schildert sie ihre Sicht auf die politischen Umwälzungen, die ihr liberales, aufgeklärtes Heimatland in Repression, Gewalt und Krieg führten. Den schrecklichen Erfahrungen zum Trotz, siegt in den phantasievollen schwarzweißen Zeichnungen eine einzigartige Energie und Lebensfreude.
Unterrichtsmaterialien unter www.kinomachtschule.at/cinefete
Marjane ist acht Jahre alt, als 1979 der Schah aus dem Iran vertrieben wird und die Mullahs die Macht an sich reißen. Fortschritt und Freiheit bleiben auf der Strecke, als im Zuge der Islamischen Revolution Tausende im Gefängnis landen und Frauen gezwungen werden Kopftücher zu tragen. Doch die rebellische Marjane denkt gar nicht daran, sich dem rigiden Regelwerk zu unterwerfen. Viel lieber entdeckt sie Punk, ABBA und Iron Maiden. Über die zunehmenden Repressionen besorgt, schicken die Eltern ihre 14-jährige Tochter ins ferne Wien. Die junge Iranerin startet in einem Internat ins Teenagerleben, schlittert in amouröse Katastrophen und endet in schweren Depressionen. Geplagt von Heimweh kehrt Marjane schließlich nach Teheran zurück und versucht vergeblich sich dort zu integrieren.
Basierend auf den gleichnamigen Kult-Comicbüchern erzählt die gebürtige Iranerin Marjane Satrapi in Kontrast reichen Schwarz-Weiß-Trickfilmbildern ihre autobiografischen Erinnerungen zwischen schwieriger Kindheit im Iran und dem Leben im Exil. Mit der gebotenen Ernsthaftigkeit, der nötigen Portion Selbstironie sowie reichlich Situationskomik gelingt es ihr, eine neue Sichtweise auf die Geschichte ihres Heimatlandes, eines der großen schwarzen Schafe des Weltgeschehens, zu eröffnen. Statt digitale Animationstechniken zu verwenden, wurde der Film vollständig gezeichnet. Den präzisen und glaubwürdigen Comiccharakteren gelingt es hierbei in kürzester Zeit den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Fast vergisst man „nur“ einen Animationsfilm zu sehen. „Clever, witzig, selbstironisch und manchmal sehr traurig“, urteilt die FAZ über diesen Film, der in Cannes mit dem PREIS DER JURY ausgezeichnet wurde und nächstes Jahr für Frankreich um den OSCAR für den „Besten nicht englischsprachigen Film“ kämpfen wird.

Der Film lief zuletzt am 05.02.2009.

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