EIN FLIEHENDES PFERD

Deutschland 2007; Regie: Rainer Kaufmann; Drehbuch: Ralf Hertwig, Kathrin Richter, nach der gleichnamigen Novelle von Martin Walser; Kamera: Klaus Eichhammer; Schauspieler: Ulrich Noethen, Ulrich Tukur, Katja Riemann, Petra Schmidt-Schaller; 96 Min., OF Deutsch
FSK 14

Studienrat Helmut Halm und seine Frau Sabine verbringen ihre Sommerferien, wie so oft, am Bodensee. In einem Strandbad werden die beiden zufällig von Helmuts altem Jugendfreund Klaus Buch entdeckt. Der lebenslustige Klaus, der in Begleitung seiner jungen Freundin Helene ist, scheint sich über das Wiedersehen sehr zu freuen und weicht den Eheleuten nicht von der Seite. Sehr zum Verdruss von Helmut, der zwar für die erotische Ausstrahlung der attraktiven Helene äußerst empfänglich ist, sich aber nur widerwillig an Klaus erinnern möchte. Für Sabine hingegen kommt durch Klaus' forschen Charme etwas frischer Wind in ihren etwas angestaubten Ehe-Alltag. Während sich Sabine, Klaus und Helene immer mehr zu amüsieren scheinen, bekommt Helmuts Weltbild zunehmend gefährliche Risse. Und als er sich dann von Klaus zu einem Segeltörn auf dem stürmischen Bodensee nötigen lässt, kommt es zwischen den beiden zu einer fatalen Konfrontation.
In seiner Novelle EIN FLIEHENDES PFERD aus dem Jahr 1978 zeichnet Martin Walser das Porträt von Menschen in der Mitte ihres Lebens, die darüber nachdenken, ob sie aus ihrer Verkrustung ausbrechen und ihr Dasein neu definieren sollen. Regisseur Rainer Kaufmann (STADTGESPRÄCH) verwandelt diesen erfolgreichen Klassiker in seiner gleichnamigen Verfilmung nun in eine moderne, erotisch-frivole Comédie Humaine. Sanft hat er hierbei den Text in die Gegenwart geholt und dabei - vor allem in der Inszenierung des Männerkampfes zwischen dem bürgerlichen Langweiler und dem provokanten Freigeist - die komödiantischen Elemente betont. "Vor allem dem großartigen Schauspielerquartett ist es zu verdanken", schreibt EPD-FILM, "dass der literarische Text auf der Leinwand zu flirren beginnt: Sie verwandeln die wortgewaltigen inneren Monologe der Vorlage in ein Ballett der Blicke und Gesten." Auch Autor Martin Walser ist mit der Verfilmung "ungeheuer glücklich". "Nicht ein Schatten von Eifersucht", so der Autor, "regt sich in mir ob der Tatsache, dass meine Figuren nun ein eigenständiges Filmleben führen."

Der Film lief zuletzt am 23.12.2007.

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