IMPORT EXPORT

Österreich 2007; Regie: Ulrich Seidl; Drehbuch: Ulrich Seidl, Veronika Franz; Kamera: Edward Lachman, Wolfgang Thaler; Schauspieler: Ekateryna Rak, Paul Hofmann, Michael Thomas, Maria Hofstätter, Georg Friedrich, Natalija Baranova, Natalila Epureanu, Petra Morzé, Dirk Stermann, Erich Finsches; Produzent: Ulrich Seidl; 137 Min., OF Deutsch, Englisch, Russisch mit UT in Deutsch
FSK 16

IMPORT EXPORT erzählt von zwei gegenläufigen Wanderungsbewegungen durch ein Europa der winterlichen Endzeit.
Olga ist Krankenschwester in der Ukraine. Doch bezahlt wird sie nur unregelmäßig. Mit Nebenjobs wie etwa Internetsex versucht sie genug Geld für sich, ihre Mutter, ihren Bruder und ihr kleines Kind zu verdienen. In der Plattenbausiedlung, in der sie lebt, gibt es weder Heizung noch fließendes Wasser. Olga sucht ihr Glück schließlich im Westen. In Wien findet sie einen Job als Kindermädchen bei reichen Leuten, wird aber schon bald wieder entlassen und landet schließlich als Putzfrau in einer geriatrischen Pflegeabteilung.
Der junge Wiener Paul träumt von einem Job als Sicherheitsbeamter. Kaum bekommt er ihn, ist er ihn auch schon wieder los. Er findet sich am Arbeitsamt wieder, hat Schulden und macht neue bei Freunden, Fremden und bei seinem Stiefvater. Der nimmt ihn in der Folge mit auf einen Job in die Ukraine um Spiel- und Kaugummiautomaten aufzustellen.
Die Spiel- und vor allem Dokumentarfilme des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl polarisieren. Das liegt daran, dass er mit unglaublicher Hartnäckigkeit einen ungeschönten, bisweilen unerträglichen Blick auf die Abgründe des Lebens wirft. Auch in IMPORT EXPORT, seinem - nach HUNDSTAGE - zweitem Spielfilm, erspart er dem Kinogeher wenig. Ganz direkt und unausweichlich sowie in ruhigen, tableauartigen Bildern sieht man hier Menschen beim Sterben zu, beim sexuell und ökonomisch Ausgebeutet werden, beim Hoffnung verlieren. Dass der gnadenlos insistierende Blick der Kamera hierbei eine beinahe dokumentarische Wirkung erzielt, liegt daran, dass der Regisseur in wirklichen Spitälern, wirklichen Arbeitsämtern, wirklichen Sex-Agenturen und wirklichen geriatrischen Anstalten gedreht hat. Trotz seiner kompromisslosen Härte ist IMPORT EXPORT jedoch kein pessimistischer Film. Wie selten in seinen bisherigen Filmen rückt Ulrich Seidl dieses Mal zwei Menschen in den Mittelpunkt, die sich nicht vollständig von den Verhältnissen bestimmen lassen und um ihre Würde kämpfen. Bei seiner Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes, wo IMPORT EXPORT um die Goldene Palme kämpfte, hinterließ der Film, wie DIE ZEIT schrieb, "eine donnernde Stille".

Der Film lief zuletzt am 23.12.2007.

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