SICKO

USA 2007; Regie: Michael Moore; Drehbuch: Michael Moore; Kamera: Christoph Vitt; 113 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Nach der Sezierung der Waffen- und Gewaltbesessenheit seiner Landsleute (BOWLING FOR COLUMBINE) sowie seinem Generalangriff auf US-Präsident Bush (FAHRENHEIT 9/11) setzt sich Amerikas Aufdecker der Nation Michael Moore in seinem neuesten Film mit dem US-amerikanischen Gesundheitssystem auseinander. SICKO führt den Kinogeher in eine Welt, wo Krankenhäuser nicht zahlungsfähige Patienten auf die Straße setzen, wo sich Menschen für Arztrechnungen heillos verschulden und wo Profit orientierte Versicherungen lebensrettende Operationen verweigern. Im Februar 2006 startete der Regisseur für seinen Film auf seiner Website einen Aufruf, in dem er seine Leser bat, ihre persönlichen Horrorgeschichten mit dem US-Gesundheitswesen zu senden. Innerhalb von einer Woche erhielt er 25.000 E-Mails. Einige dieser bewegenden Schicksale werden in SICKO nun präsentiert. Etwa jenes eines Mannes, der sich mit einer Kreissäge die Spitzen seines Mittel- und Ringfingers absägte. Da er keine Versicherung und nur wenig finanzielle Mittel hatte, musste er sich entscheiden, ob das Krankenhaus den Mittelfinger für 60.000 Dollar oder den Ringfinger für 12.000 Dollar wieder anfügen sollte. Er wählte aus finanziellen Gründen den Ringfinger. In einem anderen Fall wird gezeigt, wie ein Mann starb, nachdem die Versicherungsanstalt eine möglicherweise lebensrettende Knochenmarktransplantation abwies. Neben persönlichen Schicksalen zeigt der Film auch die zwielichtigen Praktiken von Versicherungsgesellschaften, werden die Verbindungen zwischen Lobbyisten und Politiker in Washington beschrieben und wird schließlich das US-amerikanische System mit dem kanadischen, britischen und französischen Gesundheitswesen verglichen. Moores zentrale Frage hierbei lautet: „Warum gibt es bei uns, der größten westlichen Industrienation, keine kostenlose Gesundheitsversorgung für jeden Bürger?“ Seine Antwort: „Schuld ist das System an sich, weil es weitgehend auf Gier nach Gewinn aufgebaut ist.“ Sein Porträt des kranken US-Gesundheitssystems inszeniert Michael Moore mit bewährt sarkastischem Humor. In einer aktionistischen Posse reist der Filmemacher schließlich mit Feuerwehrleuten, die in Folge der Aufräumarbeiten vom 11.September erkrankten, nach Kuba, nachdem sich die US-Regierung weigerte die Behandlungskosten zu übernehmen, da sie damals nur als Freiwillige beteiligt waren. In Havanna werden die Feuerwehrmänner von den vermeintlichen kommunistischen Volksfeinden schließlich aufopfernd gepflegt. „SICKO“, schreibt VARIETY, „ist eine ergreifende und unterhaltsame Analyse der amerikanischen Gesundheitsindustrie.“ Und DER STANDARD meint: „Michael Moores neue Doku-Satire ist ein über alle Maßen erfreuliches Werk, das sich nicht in politischen Verschwörungstheorien verzettelt, sondern etwas volksbildnerisch Taugliches tut.“

Der Film lief zuletzt am 15.11.2007.

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