DAS MÄDCHEN, DAS DIE SEITEN UMBLÄTTERT
LA TOURNEUSE DE PAGES
Frankreich 2006; Regie: Denis Dercourt; Schauspieler: Catherine Frot, Deborah François, Pascal Gréggory; 85 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch FSK 12
Mélanie ist eine talentierte Klavierschülerin, deren großer Traum von einer erfolgreichen Karriere jäh endet. Bei einem Vorspiel für die Aufnahme in ein Musik-Konservatorium verhält sich die Juryvorsitzende Ariane, eine bekannte Pianistin, so taktlos, dass Mélanie vollkommen aus dem Rhythmus kommt und scheitert. Enttäuscht gibt sie in der Folge das Klavierspiel auf. Als Mélanie zehn Jahre später in einer Anwaltskanzlei ein Praktikum beginnt, ahnt man noch nicht, dass dies Teil einer offenbar lang geplanten Rache ist. Ihr Chef, der Staranwalt Fouchecourt, ist mit Ariane verheiratet. Bald wird Mélanie in den Kreis der Familie eingeführt. Zunächst als Babysitterin engagiert, steigt sie in der Folge zur persönlichen Notenumblätterin Arianes auf. Sie gewinnt das persönliche Vertrauen der unsicheren Frau und macht sich immer unentbehrlicher. Genau die Position, die sie braucht, um ihre ganz persönliche Rache voranzutreiben. Denis Dercourt, der neben seiner Regiekarriere Bratsche spielt und am Konservatorium von Straßburg unterrichtet, präsentiert mit DAS MÄDCHEN, DAS DIE SEITEN UMBLÄTTERT einen kühl inszenierten Thriller. Rätselhafte Spuren, subtile Kamerafahrten und nicht zuletzt die Musik erzeugen eine Atmosphäre der Bedrohung und des Unbehagens, die in ihren besten Momenten an Chabrol oder Hitchcock erinnern. Das auf wenige Figuren reduzierte Ensemble kommuniziert in stummen Gesten, ahnungsvollen Blicken und sprechenden Andeutungen. Hierbei werden keine eindeutigen Antworten geliefert, sondern wird - im Gegenteil - eine Verrätselung der Charaktere und ihrer Handlungsmotive betrieben. "Dem französischen Musiker und Regisseur Denis Dercourt", schreibt EPD-FILM, "ist mit DAS MÄDCHEN, DAS DIE SEITEN UMBLÄTTERT ein so origineller wie raffinierter Rachethriller gelungen, mit Anklängen an ALLES ÜBER EVA und DIE HAND AN DER WIEGE." Und FILM-DIENST urteilt: "Der sehr verhalten inszenierte Psychothriller lebt vom verschleppten Tempo ebenso wie vom virtuosen Zusammenspiel der beiden überzeugend interpretierten Protagonistinnen. Indem so der Zustand der gegenseitigen Belauerung erotisch aufgeladen wird, erhält der Film eine zusätzliche reizvolle Dimension." In Hollywood hat man sich indessen schon die Remake-Rechte an diesem französischen Kassenerfolg gesichert.
Der Film lief zuletzt am 21.09.2007.
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