KEINE SORGE, MIR GEHT’S GUT
JE VAIS BIEN, NE T’EN FAIS PAS
Frankreich 2006; Regie: Philippe Lioret; Schauspieler: Mélanie Laurent, Kad Merad, Isabelle Renauld, Julien Boisselier, Aïssa Maïga; 100 Min., franz.OmU FSK 12
Als die 19-jährige Lili von einem zweimonatigen Sprachaufenthalt in Spanien nach Frankreich zurückkommt, erfährt sie, dass ihr Zwillingsbruder Loic nach einem heftigen Streit mit dem Vater verschwunden ist. Wochen vergehen ohne ein Lebenszeichen von ihm. Ohne ihn funktioniert Lilis altes Leben nicht mehr. Sie wird immer grüblerischer, verweigert das Essen, hängt das Studium an den Nagel. Nach Monaten erhält sie überraschend Postkarten von Loic. Heimlich begibt sich Lili auf die Suche nach dem Verschwundenen in die Normandie und kommt dabei einem Familiengeheimnis auf die Spur. Wie zuletzt in DIE FRAU DES LEUCHTTURMWÄRTERS inszeniert Philippe Lioret dieses Familiendrama ganz ruhig, fast beiläufig. Er interessiere sich für Kleinigkeiten, sagt der Regisseur über seine Inszenierungsweise, für die unscheinbaren, aber grandiosen Banalitäten. Also richtet der Regisseur den Blick auf eine gewöhnliche Mittelschichtsfamilie, auf eine verwechselbare Pariser Vorortsiedlung, auf die Stille an den Wochenenden, auf die Einsamkeit. Vielmehr als für das Soziale interessiert sich der Film für die Gefühlsduelle auf engstem Raum, in der Familie, zwischen Freund und Freundin. Der wahre Zauber dieses Films ist die junge Schauspielerin Mélanie Laurent, die für ihre schauspielerische Leistung mit dem César für die beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde. In ihrem Gesicht manifestiert sich das eigentliche Drama des Films: jenes einer jungen Frau, die aus den engstirnigen Verhältnissen ausbrechen will. KEINE SORGE, MIR GEHT’S GUT entwickelte sich in Frankreich zum Überraschungserfolg mit mehr als einer Million Besucher.
Der Film lief zuletzt am 28.06.2007.
Links
|