DUNIA

Ägypten 2006; Regie: Jocelyn Saab; Drehbuch: Jocelyn Saab; Kamera: Jacques Bouquin; Schauspieler: Fathy Abdel Wahab, Sawsan Badr, Khaled El Sawi, Youssef Ismail, Mohamed Mounir, Aida Riad, Hanan Turk; Musik: Patrick Leygonie; 112 Min., OF Arabisch mit UT in Deutsch
FSK 10

Die Ägypterin Dunia, Tochter einer berühmten Bauchtänzerin, studiert in Kairo arabische Literatur. Für ihre Abschlussarbeit untersucht sie erotische Verse aus den GESCHICHTEN AUS 1001 NACHT. Doch in ihrem Umfeld stößt sie mit ihren Recherchen überall auf missbilligende Reaktionen oder gar offene Aggression. Dass eine Frau sich mit körperlicher Lust und Lebensfreude auseinander setzt, ist in einem Land, in dem noch immer die Mehrzahl der jungen Frauen beschnitten und somit sexuell verstümmelt wird, ein Tabu. Aber auch im Alltag sucht Dunia nach der Sinnlichkeit. Was Liebe und Zärtlichkeit bedeuten können, erfährt sie, als sie mit dem Schriftsteller Beshir das Vergnügen der Sinne kennenlernt.
Mit DUNIA, ihrem dritten Film, greift die gebürtige Libanesin Jocelyne Saab Themen auf, die in der arabischen Gesellschaft kontroverse Reaktionen hervorrufen. Die ägyptische Zensur wollte DUNIA zunächst verhindern. Nach internationalen Protesten gab Präsident Mubarak persönlich den Film frei. Die Mädchenbeschneidung, von der laut Amnesty International 97% der ägyptischen Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind, ist jedoch für Jocelyne Saab nur der Ausgangspunkt ihrer Erzählung. ›Das dominante Thema‹, so die Regisseurin, ›ist das Verlangen, die Lust. In DUNIA wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die ihre eigene Lust nicht ausleben kann. Sie sucht mit allen Sinnen, in der Poesie, im Tanz, in der Musik, bei ihren Freundinnen und deren Erfahrungen. Der Film zeigt also eine Art Initiationsreise.‹

Der Film lief zuletzt am 13.02.2008.

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